Kapriolen mit Carolin Callies & Lukas Bärfuss

Shownotes

Die Welt lässt niemanden unversehrt – zu diesem Schluss kommt man angesichts der Figuren in den Romanen und Theaterstücken von Lukas Bärfuss. So führt »Hundert Tage« in den Völkermord in Ruanda und »Die Krume Brot« ins Arbeitermilieu der siebziger Jahre. Aber auch die eigene Familie ist davon berührt: In »Koala« erzählt der Schweizer Autor vom Selbstmord seines Bruders, in seinem neuen Buch »Königin der Nacht« von seiner Mutter. Im Literaturpodcast »Kapriolen« ist er der nächste Gast, um mit der Lyrikerin und Literaturvermittlerin Carolin Callies über das Schreiben und die Inspirationsquellen zu sprechen. Wohin die Quizfragen diesmal führen? Vielleicht zu Primo Levi, Bertolt Brecht oder Heinrich von Kleist – vielleicht aber auch zu Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt? Hören Sie zu und raten Sie mit!

Transkript anzeigen

00:00:19: Magische Fünfzig und glaubliche fünfzig Wolken der Kapriolen gibt es nun mittlerweile dem Podcast zum Literators

00:00:26: Stuttgart.

00:00:27: Und damit

00:00:27: ein herzliches Willkommen an alle, die zuhören!

00:00:30: Die immer wiederzuhören oder vielleicht heute zum allerersten Mal?

00:00:34: Mein Name ist Caroline

00:00:35: Kallis und ich darf

00:00:36: mir seit Mai zwanzig in aller Regelmäßigkeit literarische Gäste zum Literatur Quiz auf meine digitale Couch einladen.

00:00:44: Diesmal haben wir den Schweizer Lukas Berfuß zugeschaltet Und Lukas Berfuß, geboren in den Seventon, ist Dramatiker-Romossier und Essayist, der auch gerne mal ins politisch eingemachte geht.

00:00:58: Seine Stücke werden weltweit gespielt – zuletzt kam beispielsweise Sex mit Ted Groose heraus!

00:01:05: Die Romane sind in zwanzig Sprachen übersetzt und für seine Werke wurde er unter anderem mit dem Schweizer Buchpreis und dem Georg Büchnerpreis ausgezeichnet.

00:01:15: Lukas Bergfuß ist ein perfekter Gast für die Capriolen versteht er sich doch selbst auch als Schreibender immer noch vor allem als Leser.

00:01:24: Zuletzt erschienen von ihm sind Fahrtas-Kiste

00:01:28: und die krumme Brot,

00:01:29: aber gerade frisch ist Königin der Nacht herausgekommen.

00:01:33: ein kurzes Buch über meine Mutter, über das wir im Gespräch auch ausführlich ersprechen werden.

00:01:39: Worum geht es also dieses Mal bei Kapriolen?

00:01:42: Um die Notwendigkeit des Sich lächerlich Machens einmal am Tag, unser schattenhafte Reich einer

00:01:48: Mutter

00:01:48: zu dem das Kind nicht gehört

00:01:50: um die Frage,

00:01:51: wohin die Empathie für andere im Inneren reicht und wohin nicht.

00:01:56: Um Mutterliebe und darum was Kinder in der Kindheit brauchen?

00:02:00: Um die beliebte Schweizer Tradition Menschen zu verdingen?

00:02:04: Um den unterschiedlichen Aggregatszustände in der Wirklichkeit?

00:02:07: Um Die Armut als Thema in der Literatur?

00:02:10: Um ethische Überzeugungen wie die man Nachteile in Kauf

00:02:14: nehmen würde?

00:02:15: Darum wie man durch ein nicht immer freundliches Universum navigiert Und die Trauer als gemeinsames politisches

00:02:21: Gefühl

00:02:22: und als Anfang vom Denken.

00:02:24: Und nun viel Freude beim Zuhören!

00:02:35: Wir wollen gleich ins Literaturquiz gehen, aber zuallererst habe ich ein Zitat von Ihnen mitgebracht.

00:02:51: Weil wir haben Mitte September und in dem Essay ein sehr politisches Gefühl heißt es Mitte September die schönsten Tage des Jahres.

00:03:00: Der Himmel ist klar und leer wie ein Berg.

00:03:02: siehe Die Schatten lang.

00:03:03: Das Licht liegt über alles einen goldenen Schimmer Als wärst den ganzen Tag lang Abend.

00:03:08: In der Dämmerung leuchtet das Violett der Hotensien tief und unwirklich.

00:03:13: Dann fällt die Nacht plötzlich wie ein Vorhang.

00:03:15: Alle Hoffnung, man begreift es war vergeblich.

00:03:19: Der Sommer wird nicht

00:03:20: bleiben.".

00:03:20: Und daher möchte ich Sie fragen lieber Herr Bärfuß.

00:03:23: Wie geht's Ihnen Mitte September?

00:03:26: Vielen Dank!

00:03:26: Es geht mir ausgezeichnet.

00:03:29: Ich finde es wirklich ganz exklusiver Tage.

00:03:33: Das Licht ist niemals schöner und ich glaube dieses Gefühl für die Vergänglichkeit das ist sehr wesentlich.

00:03:44: Es orientiert, man weiß die Zeit ist knapp.

00:03:49: Das Leben ist kurz und man sollte es nicht vertun mit Nebensächlichkeiten.

00:03:55: Deshalb glaube ich ist das eigentlich eine Voraussetzung zum Glücklichsein dieser Erkenntnis dass nichts wehren wird

00:04:07: Nichts wird bleiben, auch dieser Sommer nicht.

00:04:09: Und Herr Berfuss wir könnten über so vieles sprechen.

00:04:12: also Kapriolen ist ja auch gerne mal wie eine kleine Werkschau.

00:04:15: das ist aber bei ihnen schon unglaublich schwer.

00:04:18: einfach an der Menge an Werken die da sind nämlich acht Brosawerke drei Essaybände über zwanzig Theaterstücke.

00:04:26: Aber ich dachte mir Ja vielleicht kommen wir über das Quiz einigen Motiven und Anlässen ihres Schreibens ein bisschen näher

00:04:33: Und

00:04:35: wir beginnen einfach mal mit der allerersten Quizfrage.

00:04:39: Das werden Sie gleich merken, natürlich eine Annäherung ist an Ihr aktuelles Buch nämlich Die Königin der Nacht ein kurzes Buch über meine Mutter so heißt es und das gerade auch für den Schweizer Buchpreis nominiert und da möchte ich zwei Bücher gegeneinander tun.

00:04:55: Es ist eine bisschen eine verrückte Zusammenstellung und Mal schauen was sie sagen werden.

00:05:00: Wir hätten nämlich im Angebot einmal Robert Walser, mit der Räuber aus dem Jahr nineteen fünfundzwanzig.

00:05:09: Vielen ist vielleicht der Name schon mal begegnet natürlich nicht mit Martin Walzer zu verwechseln.

00:05:14: Ein Autor, der wie eine Romane verfasst hat manche kennen vielleicht Geschwister Tanner oder der Gehilfe und er hat ja auch ein unglaublich spannendes Leben also anfangs sehr erfolgreich dann doch viel Armut und lange Jahre in einer Heil- und Pflegeanstalt.

00:05:30: Also das kann es erst mal sein, mehr will ich gar nicht verraten.

00:05:33: zu Robert.

00:05:33: Wunderschön!

00:05:34: Er

00:05:34: gesagt zu den Größten... Ich glaube dass sie so unbestritten ist und er ist der einzige Artlik.

00:05:44: Es gibt einfach kein anderes Zeugnis dieser Art.

00:05:50: Dieses Werk ist wirklich jedes Mal eine Überraschung, wann immer man es öffnet.

00:05:58: Man wird überrascht von dieser Hälsik.

00:06:01: Ganz außerordentlich!

00:06:04: Also der kann es jetzt sein vielleicht oder aber eine verrückte Kombination mit, wenn ich sie jetzt richtig ausspreche Elisabeth Badinter würde man Sie so aussprechen?

00:06:17: Wunderbar!

00:06:17: Schöne, aber ich glaube man darf es ja auch eindeutschen in Frankreich machen das hier ganz selbstverständlich.

00:06:26: dort werden alle Namen französisiert.

00:06:31: Ich glaube, das ist eigentlich eine schöne Sache.

00:06:34: Das heißt, Patin zu reichen.

00:06:38: Es ist ein Sachbuch,

00:06:39: d.h.,

00:06:39: die Mutterliebe Geschichte eines Gefühls vom siebzehn Jahrhundert bis heute und Sie haben es bei Instagram verraten, dass das eines der Bücher war, die Sie gelesen haben im Hintergrund der Königin der Nacht.

00:06:53: Und jetzt kommt endlich das Zitat so ... Ach, wie erbärmlich schrie gestern ein Kind das nicht gehorchen wollte.

00:06:59: Zurache für's Nicht folgen wollen muss man eben schreien und grennen!

00:07:03: Es grennte erbärenlich das liebe kleine Kind.

00:07:06: Für die Mama war es kein liebes Kind viel mehr ein Böses weil es nicht folgen wollte, weil es bei der Mama nicht glücklich war.

00:07:12: Jede Mama verlangt dass so ein Kind bei ihr selig ist, wie sich mit seinen kleinen Kräften gegen starke Mama werte.

00:07:19: Es gleg einem Kampf und das Kind wurde natürlich mit Leichtigkeit überwunden.

00:07:23: Die Mama zog es mit sich fort, ob sie Lust hatte oder nicht.

00:07:26: Die Augen des Kindes waren von einem Weinen des Verzweifelsseins ganz überschwemmt doch die gute Mama nahm hierauf keine Rücksicht.

00:07:33: so eine Mama muss eben das Übergewicht

00:07:35: haben.

00:07:38: Wow Das ist gar nicht so einfach.

00:07:40: Ja, ich

00:07:41: bemühe mich!

00:07:41: Es ist gar nichts so einfach.

00:07:45: und es ist deshalb nicht einfach weil die Elisabeth Bernanter in ihrem wunderbaren und wichtigen Buch natürlich ja viele, viele Titate hat aus der Literatur und aus den Protokollen und den Berichten behördlichen Maßnahmen.

00:08:06: Das ist aber eine Freude dieses Buch zu lesen!

00:08:11: Ich würde trotzdem auf Robert Wasser tippen, weil es ein Verb gibt und ich glaube das ist ein Helvetismus nämlich Folgen Wir folgen unseren Elternausfindung wir sollen folgen daran würde ich das aufmachen.

00:08:31: und ich glaube auch dieser leichte, er hat ja eine ganz besondere Form des uneigentlichen Sprechens der Robert Wauser.

00:08:43: Das ist nämlich einen gewissen Gestus bemüht aber ein völlig konträren Inhalt damit transportiert.

00:08:55: Diese Inkongruenz ist das, was einem immer beunruhigt.

00:09:01: Man fühlt sich nie ganz zu Hause in dieser Gemütlichkeit.

00:09:07: aber wahrscheinlich red ich mich um Kopf und Kragen und es ist ausmananter.

00:09:14: Aber ich finde ja man soll sich mindestens einmal am Trage lächerlich machen.

00:09:22: Sonst lebt man, glaube ich hinter seinen eigenen Grenzen.

00:09:28: Okay das ist bis jetzt noch nicht passiert.

00:09:30: ein Punkt richtig Robert Walther ist es aus dem Räuber und ja es ist ein ziemlich ihres Buch.

00:09:41: Ich hatte es in den Sommerfällen mit dabei auf das Wissen hin, dass sie ihn so schätzen.

00:09:46: Und es ist... Stattet ja mit diesem verrückten Satz Edith liebt ihn hier vor den Bären.

00:09:50: Liebt ihn wie

00:09:51: von nachher.

00:09:52: Genau und darauf warten wir!

00:09:55: Darauf warten wir und er ist auch so schwer zu greifen dieser Räuber.

00:09:59: Irgendwie ein Music-Gänger erlebt in den Tag hinein und begegnet unglaublich vielen Menschen und Frauen und es wird hin und her geschwärmt von einem ins nächste und ich mag ja unglaublich gerne diese vielen Beaumos, die man einfach zum Beispiel... Wir plagen uns gegenseitig weil wir alle mit irgendetwas geplagt sind.

00:10:20: Und so geht das in einem Fort.

00:10:23: Das

00:10:24: ist so!

00:10:25: Und vielleicht alle, die zu Hause zuhören müssten wissen Dieses Buch, dieser Roman ist in einem Zuge durchgeschrieben.

00:10:40: Es gibt nur ganz, ganz wenige Korrekturen die er selbst angebracht hat In einem sogenannten Mikrogramm.

00:10:52: Dort hat er mit unvorstellbar kleiner Schrift seine Texte geschrieben, auf alle möglichen Unterlagen.

00:11:01: Auf Prospekt oder auf Zettel, die er irgendwo gefunden hat.

00:11:06: Also wirklich im Bereich eines Zehntel-Milimeter hat er seine Textes geschrieben und es hat viele Jahrzehnte gedauert bis man sie dann entsefern konnte.

00:11:16: Werner Rechte und Werner Mordlangen haben so Pionierarbeit geleistet und das ist also eigentlich ein mystischer Text im Sinne, dass er in einem Zuge durchgeschrieben wird.

00:11:30: In einem Impuls und wir folgeln diesem Impuls ja ganz atemlos.

00:11:36: Und sie haben Recht!

00:11:37: Es ist ein ganz wilder Ritt durch eine sehr bunte Welt.

00:11:48: Und ich glaube schon... Also für mich gibt es natürlich einen Zitat hat mich wirklich verändert, hat unauslöschliche Spuren in mir hinterlassen und es ist wirklich keine Übertreibung.

00:12:02: Es geht darum, dass der Erzähler irgendwann meint das es Leser gebe die Bücher lesen um daraus etwas zu lernen.

00:12:15: und obwohl das sehr redlich und verständlich sei müsste er hier leider mitteilend als sehr für diese Lese nicht schreiben.

00:12:28: Und ich weiß noch, als ich diese Stelle las, da war ich nämlich im Zug auf dem Weg von Biel.

00:12:36: Woher Wauser stammte nach Bern und ich war auf der Brücke bei Porj und ich hatte dieses grüne Pänchen bei mir und las im Zug und wurde vom Blitz getroffen weil ich natürlich zu diesem Menschen gehörte und immer noch Gehörer, die glauben man könne etwas lernen aus Büchern.

00:13:00: Und ich hab mich seither immer wieder gefragt was ist es denn warum wir Bücher lesen sollten, wollten dürfen wenn es nichts daraus zu Lernen gibt?

00:13:13: Und Robert Wasser gibt darauf eine Antwort in seinem Werk.

00:13:16: und das is der Augenblick.

00:13:20: Es ist eine Literatur der Erfahrung.

00:13:24: Und man macht diese Erfahrungen im Augenblick des Lesens und man versteht die meiste Zeit überhaupt nicht, was davor sich geht.

00:13:36: Man weiß nicht welche Sprünge man zu erwarten hat.

00:13:39: Man kann es nicht irgendwie in ein System bringen das man kennt sondern man ist einer augenblicklichen Erfahrung ausgesetzt verwandt mit dem mystischen Schreiben wie zum Beispiel Rumi, der große Dichter des Sufismus.

00:13:59: Ich glaube es ist der meist verkaufte, meist gelesene Lyriker in den USA ganz bestimmt aber wahrscheinlich weltweit und er hat auch ein unvorstellbares Werk hinterlassen von seinem Volumen weil er einfach ersetzt sich hin schreibe er in einem Gestos und diese ganze Korrigiererei, die Bearbeiten und Worte wegen.

00:14:27: Das gibt es in dieser Literatur nicht?

00:14:32: Ich glaube bei den Terre kommen wir später noch mal ein bisschen näher zu sprechen jetzt.

00:14:37: Schade

00:14:38: eigentlich!

00:14:39: Wir nehmen Sie

00:14:40: später noch mit Ihnen ein aber vielleicht im Zusammenhang mit Ihrem aktuellen Buch Königin der Nacht.

00:14:48: Ich finde ja, da ich einige ihrer Bücher jüngst jetzt gelesen habe einfach unglaublich eindrucksvoll was sie auch einfach persönlich für eine bewegende Lebensgeschichte haben und davon erzählen Sie unter anderem in der Königin der Nacht.

00:15:03: ein kurzes Buch über meine Mutter das nämlich davon schildert wie.

00:15:09: Es ist ein bisschen ein Paradox, dass es im Untertitel meine Mutter heißt aber in den ersten beiden Kapiteln des Buches auch so eine Distanz gibt.

00:15:17: Ein Erzähler.

00:15:19: Nichtsdestotrotz lesig ist natürlich autobiografisch darüber kann man bestimmt auch noch sprechen.

00:15:24: nichtsdestotrots will ich sagen das sie groß geworden sind ja kaum mit älterlicher oder familiärer Unterstützung dass ihre mutte alleinerziehend war.

00:15:33: der Vater im Gefängnis gab kaum Geld, es gab viele

00:15:37: Schulden.

00:15:38: Und

00:15:39: da haben sie sehr auf sich allein gestellt in vielerlei Hinsicht aber natürlich auch emotional.

00:15:45: und mir ging es aber so dass ich jetzt dachte Die letzten Bücher, die von ihnen erschienen sind, nämlich die Königin der Nacht.

00:15:52: Dann zuvor fahrt das Kiste eine Geschichte über das Erben und auch Koala, dass sie geschrieben haben anlässlich des Suizid ihres Halbbruders, dass ihre Familie so ein bisschen in den Vordergrund kommt.

00:16:05: Und mich würde interessieren von ihrem Schreiben her, ja waren die Vergangenheit so ein bißchen aufs Papier gekommen ist?

00:16:12: Dass es nach Ferne gerückt ist, Wie heißt es bei Peterweis?

00:16:15: Die Portalfiguren des Lebens auf einmal so auch ins Schreiben zurück sind.

00:16:22: Ja, man sagt das ja ungern aber wahrscheinlich hat das mit dem Älterwerden zu

00:16:27: tun

00:16:28: und es ist ja also man liest und hört das häufig dass ältere Menschen sehr viel stärker in der Erinnerung leben Und ich weiß jetzt nicht, ob das bei mir noch zu steigen ist.

00:16:48: Als Striftsteller glaube ich ist die Erinnerung die erste Ressource und Träume und Vorstellungen Das gehört einfach alles zum Rohstoff der Literatur und bei mir gibt es natürlich schon besondere Erinnerungen.

00:17:10: Ich glaube wir haben alle ganz spezifische Erfahrungen und die verrücktesten Geschichten erlebt.

00:17:18: In meinem Fall habe ich jetzt in meinem Obenfeld nur sehr wenige Menschen, die ähnliche Geschwisten teilen Und deshalb war es natürlich auch immer eine Aufgabe diese Erinnerung lebendig zu erhalten in all der Zeit.

00:17:46: Aber man muss auch sagen, es ist ja nichts außergewöhnliches.

00:17:52: Ich glaube die Geschichte der Familie spielt in der moderne Literatur eine zentrale Rolle und ich bin da keine Ausnahme.

00:18:03: Und sie denken ja auch viel über Familie nach.

00:18:05: Darüber können wir gleich noch mal sprechen, aber ich möchte noch den Moment bei ihrer Mutter bleiben.

00:18:10: Königin der Nacht heißt das Buch, was irgendwie auch schon mal an Mozart's Zauberflöte erinnert.

00:18:15: Aber ich habe auch recherchiert.

00:18:16: es ist eine Pflanze die nur einmal im Jahr für wenige Stunden

00:18:21: liegt.

00:18:22: Das wusste

00:18:24: ich gar nicht und natürlich die Bezeichnung für ihre Mutter die zwar hin und wieder arbeitet in der Wischerei, in der Munitionsfabrik.

00:18:37: Aber eben auch so ein bisschen an dieser halbseitenden Schnittstelle des Nachtlebens wo man nicht ganz genau weiß.

00:18:45: lebt sie einfach ihre Freiheiten aus sexueller Freiheit aus?

00:18:49: oder hat das auch etwas Geld verdientes wenn man nachts mit den Männern unterwegs ist also dazwischen?

00:19:00: Und das Buch setzt damit ein, dass sie in Santo Domingo sind.

00:19:05: In der dominikanischen Republik.

00:19:07: die Mutter ist gestorben und ... Und alles, was der Erzähler, was sie dort noch finden sind quasi ein Bankauszug über sechzig Franken.

00:19:18: So geht das Buch los, dass wir gleich uns fragen, was machen Sie in Santo Domingo?

00:19:23: Was hat es auf mit diesen Sechzigfranken?

00:19:25: und was ist das für ein Verhältnis, das Sie haben?

00:19:27: Insofern ist es immer eine Annäherung an eine Fremde.

00:19:33: Deswegen würde ich vielleicht für alle die das Buch nicht kennen, sie auch einfach nochmal fragen wer war Diese Frau, die erst ganz in der allerletzten Zeilen auch einen Namen erhält.

00:19:44: Ursula?

00:19:46: Ja!

00:19:47: Das ist die Frage des Buches und es gibt keine Antwort darauf.

00:19:53: Ich glaube sie war eine sehr kluge Frau und neuste Erkenntnisse jetzt nach dem Erschein des Buchs, das ich ja über meiner Familie erhielt und die mir unbekannt waren Bekräftigen wirklich das.

00:20:13: Also ohne Bildung, aber wirklich sehr klug und mit einem großen kreativen Talent dass für eine Frau ihre Herkunft und ihre Zeit eigentlich eine Behinderung war oder jedenfalls etwas was Das konnte man nicht leben, da gab es keine Erfüllung dafür.

00:20:44: Sie hat wirklich eine außerordentlich schöne Handschrift und uns hat gemalt und abbrilliert.

00:20:53: Und sie haben recht ja auch ein großes Talent für den Auftritt also die Kostüme für das spiel, das erotische Spiel doch sehr, sehr kleinen und engen Welt in der sie gelebt hat.

00:21:15: Hat sie über ein schattenhaftes Reich regiert und hat auch Menschen an sich gezogen und verführt.

00:21:31: Und das hat der Sohn, der kleine Junge, der ich war alles beobachtet, aber Egerhörte überhaupt nicht zu diesem Reich der Königin sondern ein Kind.

00:21:47: für eine Frau in so prekären Verhältnissen ist eine schwere Belastung.

00:21:53: Eine schwere finanzielle Belastungen, eine soziale Belastungsbelastung vor allem wenn der Vater im Knast ist da bleibt eigentlich kaum Gelegenheit.

00:22:10: oder jetzt in Ihrem Pfarrer, da es blieb keine.

00:22:12: Ich glaube das ist nicht schicksalshaft.

00:22:14: aber für Sentimentalität und Zärtlichkeit alle diese Dinge ... Nee, das war nicht möglich.

00:22:22: Da war auch das Leben also die Wirklichkeit jenseits dieses Reichs- oder diese Enzzenierung war einfach auch zu anstremmend und zu belastend und gewaltvolle.

00:22:38: Und gleichzeitig fragt sich der Sohn ja, ob er so etwas wie Scham oder Schuld auf sich geladen hat.

00:22:45: Dass er vielleicht hätte finanziell auch aushelfen können?

00:22:49: Aber natürlich ist das ein unglaublicher Zwiespalt zwischen ... Man selber fühlte es sich alleingelassen, sie schildern es auch.

00:22:56: Wie sie auch Sie letztendlich um Geld gebracht hat.

00:23:01: da doch noch mal...

00:23:06: Ich bin nicht so sicher.

00:23:10: Es ist einfach offensichtlich, dass man Menschen in einer solchen finanziellen Situation helfen soll und zwar ungeachtet der familiären Beziehungen oder überhaupten Beziehung.

00:23:28: entgegen einem Impuls, den wir häufig haben wenn Menschen einmal auf der Straße um Geld angehen.

00:23:35: Die Wirkungen sind gut!

00:23:37: Man soll Geld geben, Cash!

00:23:40: Man weiß also Untersuchungen in Südamerika vor allem dass etwas was die Kindersterblichkeit und die Lebenserwartung der Mütter verbessert ist Geld geben und zwar damit Frauen ihre kurzfristigen Vertrichtungen erfüllen können, auch die da nicht umgezogen werden.

00:24:05: Und deshalb ist das eigentlich an sich so unverzeihlich oder es kann man nicht entschuldigen.

00:24:13: und was mich aber eigentlich viel mehr beschäftigt ist dass ich überhaupt nicht auf die Idee gekommen bin also gar keine Möglichkeit.

00:24:26: Einfach einigermaßen beunruhigender Gedanke, dass die Empathie aussetzt.

00:24:33: Dass wir Bereiche haben in denen wir uns empathisch fühlen wo wir unsere Gefühle entwickeln und feiern und stolz auf sie sind.

00:24:45: Und dann gibt es einfach Bereiche wo die Empathy nicht hinreicht und ich glaube nicht dass ich da drin eine Ausnahme bin.

00:24:51: dieses Phänomen ist verbreitet.

00:24:55: Wir sind das sicher auch gesellschaftlich, dass wir um jeden Serienhelden weinen der stirbt auf Netflix und gleichzeitig einfach nichts tun für die Menschen in Not direkt in der Nachbarschaft.

00:25:16: Aber es wirkt verständlicher gerade auch im zweiten Kapitel wenn es zurück geht in die Kindheit, wo der erste Satz auch heißt.

00:25:24: Die Kindheit ist ein dunkler Schlaf von Träumen erhält und betauchen finde ich fast erst zu Beginn etwas ja traumhaftes, entrückt es ein in diese Welt des kleinen Jungen, der in einem alten dunklen Haus wohnt ne?

00:25:40: Der Vater ist verschwunden das wirkt ganz verwunschen und niemand kocht darin also hat so mehrchenhafte unheimliche Anklänge.

00:25:50: Und ja, also man hört aber in all dem auch die Geschichte der Vernachlässigung und dieser emotionalen Kälte schon nach, wenn da einfach niemand ist.

00:25:59: Auch wenn der Junge krank ist wird er quasi allein gelassen.

00:26:03: das wird ihm nicht geholfen.

00:26:05: Also da wird das zumindest auch Nachvollziehbarer würde ich sagen

00:26:11: Ja.

00:26:13: Da kommt wahrscheinlich wieder dieser Zwinspaar diese Ambivalenz von der sie gesprochen haben Weil sie haben recht, da gab es von den Dingen die Kinder brauchen, gab es wenig.

00:26:28: Also jetzt Fürsorge und Schuhe!

00:26:32: und Unterstützung.

00:26:34: Das gab es alles nicht!

00:26:36: Es gab auch keinen Urlaub, es gab kein Sportunterricht, keine Musikschule oder regelmäßige Mahlzeiten.

00:26:46: Es guckte niemanden, ob die Zähne geputzt waren.

00:26:52: Aber was es für mich natürlich gibt ist ein unglaublicher Reichtum an Erinnerung und an Erfahrungen, und an Atemteuer.

00:27:04: Und an Eindrücken!

00:27:06: Und an Staunen.

00:27:07: das ist glaube ich das Wort.

00:27:10: also ein Kind in einer solchen Situation so wie ich mich erlebt habe oder wie ich es erlebe in der Erinnerung auch ist staunend mit offenen Mund und das ist natürlich für einen Schriftsteller eine.

00:27:28: Ich meine, es ist einfach eine Goldgruppe.

00:27:33: Das ist der sehr weltstaunen Begegnung.

00:27:35: Da beginnen die Geschichten!

00:27:37: Und

00:27:38: das habe ich schon auch so gelesen, dass die Bücher eigentlich sofort ein Ort waren, in dem sie – ich nenne es jetzt mal heimisch geworden sind.

00:27:46: Also ne?

00:27:46: Es gab die Büchereien bei der Kirche.

00:27:49: Es gab

00:27:49: einen

00:27:50: geerbtes Lexikon mit dreißig Bänden, so'n unglaublicher reicher Wissensschatz, in den der Junge versinken konnte.

00:27:59: Da hatte ich auch das Gefühl, dass das ein kleiner Hafen war!

00:28:03: Ja...

00:28:04: Und das ist natürlich geblieben.

00:28:07: Das ist für mich immer noch eine Notwendigkeit, Bücher und ich orientieren und lesen.

00:28:15: Das war für dieses Kind existenziell.

00:28:25: Ich lebte in einer weltervorkommenden Willkür Und ich verstand durch die Bücher, dass das nicht so sein muss.

00:28:36: Sondern dass man versuchen kann zu lernen und deshalb auch etwas zu erfahren über diese Welt, die so willkürlich erscheint.

00:28:49: Das ist natürlich fürs Überleben die erste Voraussetzung.

00:28:54: Dass man weiß in welchem Umfeld man sich bewegt.

00:28:57: Wenn man morgens erwacht im Bett, vielleicht in einem Hotel auf Reisen und man weiß nicht wo man ist.

00:29:05: Das hält man keine zehn Sekunden aus.

00:29:08: Orientierung ist entscheidend und die Bücher sind so zentral.

00:29:15: Auf der anderen Seite ist es natürlich auch ein weiterer Garten.

00:29:21: Auch dort ist das Staunen einfach eine sehr... Produktive Hartung beim Lesen.

00:29:29: Und

00:29:30: wo mir auch echt eiskalt ums Herz wurde, als ich gelesen habe ... dass die nach der Schule auf einem Hof in so einer größeren Familie untergebracht waren und einfach zum Geld verdienen dort mithelfen mussten.

00:29:45: auf dem Hof Lichtlose Hölle heißt es da.

00:29:50: er ist kein Knecht, er ist weniger als ein Knecht.

00:29:52: das war ein sehr anstrengendes Ja, ein anstrengendes und hartes Leben in dieser Zeit.

00:30:02: Und was ich auch sehr krass fand war zum Beispiel diese Details über die Besamung von Kühen.

00:30:08: Da habe ich auch jede Menge gelernt tatsächlich um das nochmal aufzukriegen.

00:30:15: Und insofern fragte ich mich ist es auch ein Buch?

00:30:19: über so was wie Macht, weil letztendlich diese Familie diesen kleinen Jungen ja irgendwie auch am langen Arm verhungern lässt und ihnen die fiesesten Aufgaben ausführen lässt und ihn weder unterstützt noch hilft.

00:30:32: Und gerade mal irgendwie noch ein kalter Tellersuppe ist für ihn übrig.

00:30:36: Geht es auch um solche Fragen?

00:30:40: Ja!

00:30:41: Und das ist eine beliebte schweizerische Tradition Menschen zu verbinden.

00:30:50: Und das war eine lange Zeit, dass aus einer wirtschaftlichen Logik ... Man braucht einfach Kinder und die Arbeitskraft der Kinder, die man ausbreiten musste.

00:31:05: Und man weiß das jetzt durch die historische Forschung in welchem äugelischen Zusammenhang es auch war.

00:31:15: Die Familie meines Stiefvaters wurden alle verdient?

00:31:22: Wir kennen alle diese Geschichten.

00:31:24: Es ist einfach eine Ausbeutung und ein Missbrauch, nahe dieses Verbrechens an der Menschlichkeit für das die schweizerische Regierung die Verantwortung übernommen hat.

00:31:41: bezüglich der Fahrenden, die auch Teil meiner Familie sind.

00:31:48: Mir war das alles gar nicht so richtig bewusst, dass ich diese Ausbeutungssituation und die Dimension meiner jetzt nach der Schule wurde mir erst bewusst mit dem Schreiben dieses Buches.

00:32:05: Und dann auch durch die Reaktion dieser Leserschaft.

00:32:09: Also ich stand da in einer familiären Tradition Wünsch man wirklich keinem fünfzehnjährigen.

00:32:19: Wirklich nicht!

00:32:22: Aber auch hier, also die Macht klar.

00:32:25: Das ist natürlich eine... Wenn man diese Verhältnisse überlebt und wenn man in der Lage ist das Zeug, was abzulegen sind ja es ist auch hier natürlich wieder etwas was zu erzählen sich lohnt und erzählt werden muss.

00:32:45: Und es ist ja nicht selten, dass Menschen das erleben.

00:32:49: Überhaupt nicht!

00:32:50: Es ist nur sein, dass sie darüber berichten können und durch dieses Buch erhalten Sie natürlich auch eine Stimme und sehen, dass die nicht alleine sind.

00:33:02: in Ihrem Ehlein.

00:33:07: kommt auch schon der dritte Teil, der insofern für mich was Überraschendes hatte.

00:33:12: Weil er auf

00:33:13: einmal

00:33:14: so ganz ätheristisch wurde von diesen persönlichen Erzählungen und dieser Geschichte her darüber nachdenken, was heißt es eigentlich?

00:33:25: In einer Gesellschaftmutter zu sein... Was ist mit diesem Gefühl der Mutter-Liebe um Elisabeth Badimter noch mal mit hineinzunehmen?

00:33:34: Ist das nämlich wirklich den Frauen angeboren, sich hinten anzustellen.

00:33:39: Nein!

00:33:40: Kann der gleich beantworten?

00:33:43: Wir kürzen mal ab... Genau aber dass das natürlich diesem Mutterbild der Gesellschaft so eingeschrieben ist.

00:33:52: und insofern gleichen sie dann auch nochmal auf einer spannenden Ebene, die ja noch einmal irgendwie so eins drüber ist, die eigene Lebensgeschichte doch auch nochmal mit Ja Soziologiegesellschaft, was ist da alles in der Schweiz?

00:34:08: Sie haben es gerade erzählt.

00:34:09: Auch mit den Heimatlosen passiert und mit der Eugenik

00:34:12: usw.,

00:34:12: also insofern wird alles noch mal auf eine ganz andere Ebene gehoben und das eigene Leben nochmal von einer ganz anderen Perspektive betrachtet.

00:34:21: Ja, alle diese Träume, die sie richtigerweise beschrieben haben im zweiten Teil, die erregen sich ja in einer Wirklichkeit Das sind also unterschiedliche Aggregatszustände.

00:34:38: Das eine ist nicht weniger präsent als das andere.

00:34:44: Ich glaube, wir als Menschen leben ständig in zwei verschiedenen Welten.

00:34:49: In unserer Vorstellung, die wir uns zurückzurechtrücken und in der Wirklichkeit, in der materiellen Welt um diese zu untersuchen auch notwendig, um sich orientieren zu können.

00:35:04: Meine Mutter hat alle diese Verhältnisse ja nicht selbst erfunden sondern sie wurde ganz ungewohnt in einem Gesellschaft hinein geboren und hineingeworfen die ihr sämtliche Rechte nahm.

00:35:19: Und das Ausmaß der patriarchalen autoritären Ordnung in der Schweiz war mir natürlich schon bewusst, aber dass dann noch einmal wirklich in den Parlamentsdebatten zur neuen Ehe reicht und in den eugenischen Quellen nachzulesen ist doch immer wieder ganz fürsterlich erhellend.

00:35:45: Für mich war ... oder ich sehe immer noch das Zentrale, das was ich zu Beginn schon erwähnt habe mit der Mutter Liebe Und es ist bei den Lesungen, wenn ich sage, es gibt keine Mutterliebe dann atmet der Saal ein.

00:36:07: Das ist einfach immer noch eine fast...

00:36:16: Heilig!

00:36:17: Ja aber es ist auch mittelalterlich.

00:36:20: Es ist wirklich vormodern und irgendwie gibt das die Vorstellung.

00:36:25: Wahrscheinlich dann Frauen, die Kinder auf die Welt gebracht haben, eine hormonelle Andersartigkeit hätten.

00:36:34: Die sie als Einzige dazu befähigen würden sich ordentlich um ein Kind zu kümmern.

00:36:40: und das ist einfach wirklich schwerer tiefer Umfug!

00:36:47: Und es schränkt vor allem auch Lebensmöglichkeiten ein weil wir wissen ja alle ganz genau wie eine Frau zu sein hat, um eine gute Mutter zu sein.

00:36:58: Und das ist glaube ich nicht wirklich anders geworden.

00:37:06: Ich glaube im Zuge der Fortschritte die in der Emanzipation und dem Geschlecht der Verhältnis unzweifelhaft erhoben wurden ist die Position der Frauen, die Kinder auf die Welt gebracht haben immer noch eine sehr prekäre.

00:37:26: Und man sieht es ja auch, wenn es wirtschaftlich haben sich schwere Nachteile die über die ganze Berufszeit nie ausgeglichen werden.

00:37:41: Man sieht das bis in die Architektur natürlich auch und sieht es in der Infrastruktur dass einfach an vielen Orten immer noch ne Zumutung ist Wenn ein Mensch, ein kleines Kind mitbringt und ich glaube da haben wir wirklich alle noch sehr viel zu tun.

00:38:03: Wir nehmen ein paar dieser Gedanken hinüber in die zweite Quizfrage.

00:38:07: Aber wir sollten auf jeden Jahr, da war doch noch

00:38:10: was!

00:38:11: Es

00:38:13: gibt ja

00:38:15: noch zwei!

00:38:19: Also deswegen gehen jetzt in die Weltliteratur und zwei große Romane hinein.

00:38:26: es kann jetzt entweder der US-Amerikaner Truman Capote sein.

00:38:33: Ja, also kaltblütig aus dem Jahr nineteen sechszig.

00:38:38: Der eine oder andere kennt ihn vielleicht durch seine Romane.

00:38:43: Der eines auch Grundlage für Frühstück bei Tiffany zum Beispiel könnte jemand kennen.

00:38:47: aber kalt blütig ist auch sehr sehr berühmt geworden eben weil es um ja ein Kriminalfall geht um Morde an einer vierköpfigen Farmerfamilie.

00:38:58: In Hallkorn?

00:38:59: Genau, in Kansas und das ist eben so.

00:39:02: die Frage Ist das Literatur, ist das Journalismus?

00:39:05: Was ist es eigentlich so?

00:39:07: Mehr wollen wir vielleicht gar nicht verraten.

00:39:09: oder aber ist das Piotr Dostoyevsky Der russische Großmeisterbier.

00:39:15: Wir hauen hier mal die großen Sachen raus, Schuld und Sühne

00:39:19: ... Verbrechen

00:39:22: und Strafe?

00:39:23: Genau wie je nachdem welche Übersetzung man in die Hand nimmt.

00:39:27: Eighteensechzechsundsechzig erschienen und führt uns auch zu einem Verbrechnen nämlich eines sehr armen Studenten Raskolnikov der darüber nachdenkt

00:39:39: ob Morden

00:39:40: auch erlaubt ist.

00:39:42: Vielleicht mal in dieser Kürze.

00:39:43: und jetzt wollen wir das Zitat hören.

00:39:46: Ich lese einmal vor, wo wie glücklich wäre er gewesen hätte er sich selbst anklagen können.

00:39:53: dann hätte alles getragen sogar Schande und Schmach.

00:39:56: aber er war streng mit sich ins Gericht gegangen und sein verhärtetes Gewissen fand in seiner Vergangenheit keine besondere Schuld es sei denn vielleicht ein einfachem Fehlschlag der jedem unterlaufen konnte.

00:40:08: Gegenstandslose Zielrose Ziellose Unruhe in der Gegenwart und in der Zukunft ein einziges ununterbrochenes Opfer, durch das nichts gewonnen wurde.

00:40:17: Das war es was ihm auf Erden bevorstand.

00:40:19: Wozu sollte er leben?

00:40:21: Was sich vornehmen?

00:40:22: Bonner streben!

00:40:23: Sollte erleben nur um zu

00:40:24: existieren.

00:40:25: aber er war doch auch früher schon tausendfach bereit gewesen sein Dasein für eine Idee hinzugeben – für eine Hoffnung sogar für einen Phantasiebild.

00:40:33: Das bloße Daseien bei ihm immer zu wenig gewesen.

00:40:36: Stets hatte er mehr gewollt.

00:40:40: Ja, das ist natürlich krass, Kronik.

00:40:44: Verraten Sie uns!

00:40:45: Was ist daran so eindeutig?

00:40:50: Eindeutige?

00:40:51: ist dieser psychologischen Albtraum oder der Albtraum der Psychologie.

00:41:00: Diese ganzen Ach was wäre wie wenn was könnte während welcher Rechte... ...was ist richtig und was ist falsch.

00:41:08: diese ganze Die Raskolniki war eine Sekte.

00:41:17: Sein Name ist abgeleitet vom Spalt, von der Unmöglichkeit ein Leben in einer gewissen Unity durch Doktorin zu führen.

00:41:32: Alles fällt auseinander bei ihm und das ist eine Folge dieser Armut!

00:41:40: Und deshalb habe ich dieses purer, sicher jung war in der Übersetzung von Svetlana Gayir.

00:41:51: Ich hab mein eigenes Leben gesehen.

00:41:52: Ja und alle diese Perversionen auch mit der Sonne ja das ist ja die größte, die eigentlich begeht an der Liebe.

00:42:04: und dann dieser Frau Die Sammelade, der zwei Femizide begeht.

00:42:17: Es vergreift sich ja nicht an Männern, sondern er nimmt die Pfandleierin.

00:42:23: und weil zufällig die Hilfskraft auch noch dort ist, der Pfandlei-Rennen erschlägt ja auch diese Deformierung.

00:42:39: Das ist es, glaube ich.

00:42:43: Übrigens ja nicht nur bei Dostoyevsky.

00:42:45: die Beschreibung der Armut macht einen wesentlichen Teil der Literatur des neunzehnten Jahrhunderts aus und auch noch das frühen zwanzigsten Jahrhunderts.

00:42:54: Ich glaube, die Frage war, warum das irgendwann mal nach fünfundvierzig aus dem Blick geriet?

00:43:02: Und eigentlich die Wirtschaftswohn der Literaturen überhandnahm ... Ist deine sehr interessant.

00:43:13: Ich habe meine Gesichten eigentlich erst wiedergefunden in der zeitgenössischen Literatur, als die Menschen mit Migrationshintergrund plötzlich Romane publizierten und da... Genau!

00:43:32: Da hat sich dann schon... Dort gibt es auch eine Beschreibung der Armut und der Präkarität.

00:43:38: Und was war es bei Truman

00:43:39: Capote, was sie so begeistert hat?

00:43:43: Wieso glaube ich sowieso auch viel angloamerikanischer Literatur oder?

00:43:49: Ja das ist sicher so.

00:43:50: Ich glaube das ist ja keine Chance.

00:43:54: und muss man auch nicht verstecken dass man aus europäer meiner Generation natürlich den Anglophonen Lebensgefühl und äh, ja das ist mein Klar.

00:44:07: Das war einfach die ... hatte die Hegemonie.

00:44:11: Ähm ich hab dann trotzdem nach quer durch den Gemüsegarten gelesen.

00:44:17: also die japanische Literatur Und auch die vom afrikanischen Kontinent habe ich versuchte nicht ganz zu ignorieren.

00:44:25: aber es ist natürlich auch eine eine Frage des armen Gebots, die anersexische Literaturen wurde natürlich auch sehr viel häufiger verlegt und besprochen.

00:44:34: Und deshalb bin ich da auch ein Kind meiner Zeit, aber Troon Capote ist ... Ja, der hat ja fast gar nichts geschrieben.

00:44:48: Aber was er geschrieben hat war einfach erste Sahne.

00:44:52: Es sind alles Page Terms also einen Coldplant.

00:44:58: Das liest man mit angehaltenem Atem über diese beiden Herumtreiber, aspirinsüchtig und psychopathisch dieser unschuldigen Familie umdrehen.

00:45:16: Und das ist ja ein prophetisches Buch!

00:45:23: von der Gewalt spricht in dieser Gesellschaft und der offenen Gewalt, und der Rechtfertigung der Gewald.

00:45:33: Und der Männlichkeitsbilder und diese Brutalität einfach.

00:45:39: Das ist ja leider überhaupt nichts was in der letzten Zeit aus der Mode gekommen wäre in den Vereinigten Instaaten

00:45:51: Und ich war vielleicht gleich mal eine These hinterher.

00:45:55: Und zwar ist mein Gedanke auch bei diesen beiden, als ich sie gefunden habe in der schönen Liste an Büchern, die sie geprägt haben ... Das beide auch über so was wie Gerechtigkeit nachdenken.

00:46:10: Also darüber, wie Verbrechen geschehen und was eigentlich die gesellschaftliche Grundlage davon ist.

00:46:17: Ich hab das Gefühl, dass es etwas ist, Eigentlich durch alle ihre Bücher zieht, also die Frage was prägt ein?

00:46:23: Was formt ein?

00:46:24: ist das Familie oder ist das Gesellschaft.

00:46:27: Oder ist es das Land in dem man wohnt?

00:46:30: oder vielleicht so eine?

00:46:32: Subzumiere ich dass jetzt als Binsenweisheit?

00:46:34: aber das ist mein Gefühl, dass das so ne Grundlage ist, die sich eigentlich allen Romanen so n bisschen durchschlängelt.

00:46:43: würden sie damit gehen?

00:46:45: Ich stelle immer so ja oder nein Fragen, es tut mir leid.

00:46:47: Die Antwort nimmt man so schön

00:46:50: darauf.

00:46:52: Also ich bin gerade hängen geblieben bei dieser schönen Redensart von der Binsten Weisheit und das ist diese Geschichte des Friseurs nicht wahr?

00:47:08: Der sieht aus der König... Welche Ohren hat er?

00:47:12: Er hatte irgendwie Tierohren Und er darf es aber niemandem sagen, dass der König Tierohren hat.

00:47:20: Ah!

00:47:20: Und er muss es irgendjemandem... Aber Sagen erhält sich nicht mehr aus und dann gräbt er ein Loch und dann spricht er es in die Erde hinein und dort bei diesem Loch wachsen Binsen.

00:47:36: Das wusste ich noch gar nicht wirklich,

00:47:39: das ist eine... Hey!

00:47:40: und die Binsen sind die einzigen, die es hören.

00:47:44: Und das

00:47:44: Rauschen

00:47:45: der Binsin dieses Gewächses ist dann eigentlich das Gerücht oder das Geräte?

00:47:51: eine unglaubliche Redensart über sieben Übersetzungen umweg'n verrückter Geschichte.

00:47:59: Wir können nicht sagen was uns... zu dem macht, was wir geworden sind.

00:48:07: Wir können das nicht auflösen und weil wir keinen Vergleich haben.

00:48:12: Wir haben nur ein Leben und was welche Bedeutung spielt?

00:48:18: Warum?

00:48:19: die Frage nach dem warum ist ja ziemlich sinnlos.

00:48:23: also es ist interessant als frage aber man kommt da natürlich keine Antwort daraus.

00:48:28: ich bin So sehr die Negation wie die Bestätigung meiner Herkunft und das gilt für sie genauso.

00:48:39: Ja,

00:48:39: oder wenn es heißt... Die Gärtnerin ist Gärtnrin geworden weil ihre Mutter schon Gärtnin war.

00:48:53: Ist das richtig?

00:48:54: Und wenn es heisst diese Frau ist nicht Gärtnerin geworden, weil ihre Mutter Gärtnerin war.

00:49:01: Ist das auch richtig?

00:49:02: Und deshalb sind das alles hette, hette Fahrradgärtenfragen, glaube ich!

00:49:10: Das stimmt

00:49:10: und trotzdem fähig formuliere ich es nochmal anders, weil ich sehr lange in diesem letzten Kapitel von der Könige in der Nacht fängte.

00:49:19: Ja.

00:49:19: In dem ässäistischen Teil und mein Gedanke Also ich spreche jetzt mal so frei der Liebe weg.

00:49:28: Entschuldigt das sozusagen, dass die Gesellschaft diese Bedingungen hat, die da sind?

00:49:34: Entschuligt es das Verhalten von Einzelnen?

00:49:37: Ich glaube das ist vielleicht diese grundsätzliche Frage.

00:49:39: Auch da

00:49:40: wieder ein kurzes deutliches

00:49:44: Nein!

00:49:45: Es gibt so etwas wie eine Verantwortung für seine Taten und die hat man zu übernehmen.

00:49:56: Das ist die Freiheit.

00:49:58: Und wir müssen im extremen Fall zu sterben bereit sein dafür, dass man etwas tut oder nicht tut.

00:50:09: Sonst braucht es keine Ethik und sonst braucht das keine Einschränkung.

00:50:14: Man muss für seine ethischen Überzeugungen bereit sein, Nachteile in Kauf zu nehmen als das der Nachteil ist, der Verlust des eigenen Lebens.

00:50:28: Und deshalb ist es ja überhaupt keine Entschuldigung.

00:50:33: aber es gibt eben auch die Umstände, auch unser Rechtswesen geht davon aus dass nicht jedes Verbrechen ist dasselbe sondern es gibt immer individuelle Umständen die die Schuld verkleinern oder vergrößern.

00:50:53: Und ich würde schon behaupten, dass im Falle meiner Mutter und ihrer unsweifelhaft abscheulichen Taten doch es mildernde Umstände

00:51:07: gibt.".

00:51:10: Die wollte sich aber auch aus einem tiefen Bedürfnis für eine gerechte Darstellung nicht verschweigen.

00:51:19: Ja, und dann gibt es aber auch wenn ich zum Beispiel jetzt ihr Buch fahre das Kiste eine Geschichte über das Erben von zwanzigundzwanzig noch mit hier zunehme.

00:51:28: Das ja erstmal in bleibt nur so eine große Bananenkiste von ihrem Vater übrig die voll ist mit Briefen von der Arbeitslosenkasse aus den Führersorgerämtern, Schuldscheine, Lottoscheine.

00:51:43: All das ist da noch übrig aber das ist auch irgendwie so das einzige Zeugnis was da ist.

00:51:49: Da heißt es dass das einzige zeugnis eines Mannes von dem es heißt er sei mein Vater gewesen und gleichzeitig ist das dann dort ein Nachdruck Denken über, was ist mit Besitz?

00:52:00: Was ist mit Geld?

00:52:01: Was isst mit so etwas wie Eigentum?

00:52:03: und was macht man wenn es hat.

00:52:06: Und was macht das nicht?

00:52:08: Wie definiert uns das eigentlich?

00:52:11: Ich zitiere nur mal wieder.

00:52:13: Jeder Mensch, der in einer Gesellschaft lebt, deren Wirtschaft nach kapitalistischen Vorstellungen funktioniert ist ein Eigentümer.

00:52:19: und später gegen wen muss man sein schönes Eigentum eigentlich verteidigen?

00:52:23: Gegen die Faulen, gegen die Diebeln, gegen den Vaganten, gegen Verbrecher usw.

00:52:29: Das ist das was ich an Ihren Büchern unglaublich schätze.

00:52:32: und ich sage immer Bücher weil es sind ja jetzt gerade diese beiden keine klassischen Romane sondern in der Form irgendwie sehr frei Gleichzeitig so gehaltvoll sind, dass man irgendwie jedes dieser Thesen mitnehmen könnte und

00:52:48: stundenlang

00:52:49: beim Klass Wein oder wie auch immer beim Café darüber gemeinsam nachdenken könnte.

00:52:57: Also ich meine das ist ja eine Einladung natürlich.

00:53:04: Bücher sollen auch Einladungen sein sich in Gedanken zu verlieren, vielleicht auch.

00:53:11: Und dieses Leben in der Möglichkeitenform, das wir ja auch führen, dass wir uns fragen, was könnte und was wäre?

00:53:21: Wir hätten es auch noch anders sein könnten.

00:53:23: Wie könnte es auch anders sein ist die Voraussetzung dafür, dass ein paar Lösungen finden für die Probleme, die wir haben.

00:53:33: Die lösen sich nur wenn man Wenn man sich ein paar Fragen stellt, wenn man sich in Gedanken fällig ist.

00:53:44: Und da sind ihre Bücher sehr reich voll und von.

00:53:48: Deswegen gehen wir doch einfach direkt über, würde ich sagen, in die dritte und letzte Quizfrage.

00:53:54: Da habe ich nämlich auch noch mal ... Ich hab jetzt überall zwanzig Fragen weggestechen.

00:54:00: Aber das macht hier gar nichts.

00:54:01: Wir gehen ...

00:54:02: Ich meine, sehr erfolgreich ist das Format der Serie.

00:54:08: Ja!

00:54:11: Man kann ein solches Gespräch gut und gerne bis zur Pensionierung weiterführen.

00:54:17: Genau,

00:54:17: genau.

00:54:18: Das spricht eigentlich nichts dagegen.

00:54:21: Liebe war ich einfach mal alle auf für die nächste Gelegenheit.

00:54:24: aber wir sollten das dritte und letzte Zitat was herrlich kurz ist aus der Verantwortung lassen, sozusagen.

00:54:36: Also es ist ein kurzer Satz und ... Es kann entweder aus einer ganz kurzen Erzählung sein oder aus einem Mammutwerk von ein tausend siebenhundert Seiten.

00:54:47: insofern ist das schon mal gemein.

00:54:49: Nämlich entweder wir gehen nach Argentinien zur Höche Luis Borges geschrieben für alle vielleicht die unbedingt danach nochmal nachgucken wollen Ja, der wirklich fantastische Erzählungen im wahrsten Sinne des Wortes geschrieben hat und manche kennen vielleicht die Bibliothek von Babel noch als eine seiner berühmtesten Erzählungen.

00:55:14: Und der folgende Satz könnte aus seiner Erzählung Der Süden sein übersetzt von Karl-August Horst und Gisbert Häves oder aber ist das von Peter Nadasch aus den Parallelgeschichten?

00:55:28: Ich weiß gar nicht.

00:55:29: Sie müssen gleich erzählen, ob sie dieses umfangreiche Mammutwerk von ein- tausend- siebenhundertzeiten gelesen haben aus dem Ungerischen von Christina Wirak.

00:55:37: und sie hätten Peter Naderstair ja traurigerweise jetzt im August gestorben ist am siebenundzwanzigsten Zehnten im Schauspielhaus in Hamburg zu Gast gehabt in ihrer Reihe Zukunft der Demokratie wo auch schon Ines Geipel Herrfried Münkler Rohnensteinke und viele weitere mehr zu Gast waren.

00:55:57: Das hat jetzt leider nicht mehr stattgefunden, aber einmal Mammutwerk oder eine kurze Erzählung.

00:56:02: Sind Sie bereit?

00:56:04: Ja ich weiß es nicht, das ist doch doch ein

00:56:08: born ready.

00:56:11: The Wirklichkeit liebt die Symmetrien und die leichten Anakronismen.

00:56:22: Wow,

00:56:22: das war's schon?

00:56:23: Das war es schon.

00:56:23: Super

00:56:23: gemein!

00:56:24: Das ist ein kleines Sample aber ich würde trotzdem auf Petemada stippen.

00:56:34: Es ist Borges Aber verrückt, weil es ist ja gemein.

00:56:41: Es könnte sich natürlich in den Eintausendseiten ganz elegant eingeschlichen haben In den Parallelgeschichten die auch einmal so Das Ganze ist.

00:56:53: der Jahrhundert?

00:56:53: Nein,

00:56:54: das war gar nicht mein Gedanke.

00:56:57: Ich

00:56:57: dachte sie wohnt

00:56:58: mich hinter das Licht.

00:57:00: Ach so!

00:57:00: Sie hätten eine Sinte weit.

00:57:02: natürlich geht es bei Borges Elsur um die Frage was geschah wann in welcher Wirklichkeit.

00:57:12: Das ist die Pointe dieser Erzählung.

00:57:15: Man weiß, also auf der Oberfläche ist es die Erzählung eines Mannes, der sich verletzt auf dem Nachhauseweg weil er ein Buch gekauft hat nämlich Scheherazade in einer bestimmten Übersetzung und der kann nicht warten bis er zu Hause ist und liest es schon im Treppenaufgang und stößt sich den Kopf an einem offen stehenden Fenster.

00:57:41: und er leidet darauf eine Sepsis und wird ins Krankenhaus eingeliefert, aus dem er einige Zeit später entlassen wird.

00:57:51: Und zur Erfrischung will er in den Süden reisen und begegnet dort auf einer Zwischenstation im Nirgendwo einem Gauccio und lässt sich offenbar mit ihm in ein Duell

00:58:08: verwickeln.".

00:58:10: Nun weiß man aber nicht, was der Traumwessen ist und was wann geschieht.

00:58:17: Ob er bereits eigentlich in der Agonie ist und eine Erinnerung hat an ein Ereignis das schon geschehen ist und wann er dieses Buch gekaufte?

00:58:30: Und deshalb geht es natürlich ja zentral um Reflexionenspiegelungen und diese Überschneidomen.

00:58:42: Aber ich dachte, sie wollten mir eines nicht stellen, weil es so nahe ist bei Brötchen.

00:58:48: Wie gut!

00:58:48: Das muss sich tausend übernommen werden.

00:58:51: Und das ist natürlich der größte Fehler.

00:58:54: Das fällt mir übrigens ein.

00:58:55: Das ist der Kern des Bären in Kleist-Marionettentheater.

00:59:02: Weil dort gibt es ja dieses Bild, dass der geübte Fechter gegen einen festenden Bären niemals gewinnen könne, weil der geübte Menschenfechter lauter finden anwendet von denen der Bär überhaupt keine Ahnung hat.

00:59:25: Und deshalb auch nicht reinfällt und nur reagiert auf das was

00:59:29: es ist.

00:59:33: Danke.

00:59:37: Wie gesagt so viele Fragen, aber wie traurig dass Sie und Peter Nadarsch sich nicht in Hamburg noch haben begegnet können im Oktober?

00:59:49: Aber mögen sie ein Wort sagen zu dieser Reihe Zukunft der Demokratie?

00:59:55: Laszlo Földeni kommt!

00:59:57: Ein Freund von Peter Nadarsh und wir werden über Ungarn reden, über die ungarische Sprache.

01:00:07: Und natürlich auch über Peter Nadarsch soweit es überhaupt möglich ist.

01:00:16: in dieser Reihe Zukunft der Demokratie heißt sie versuchen wir genau das die Zukunft unserer Demokratien den Blick zu nehmen um uns zu fragen was müssen wir in der Gegenwart tun Und von der Vergangenheit verstehen, damit wir auch morgen übermorgen und weiterhin aus in dieser wunderbaren Staatsform freileben können.

01:00:47: Das ist leider kein Selbstläufe aber es noch nie.

01:00:51: und ich glaube das Bewusstsein dass wir alle einstehen müssen für die Verteidigung und den Ausbau freiheitlichen Rechte der Menschen in diesem Land und für eine Vielfalt, ein gesellschaftliches Vielfald.

01:01:06: Das hängt an uns allen und diese Reihe, sich zusammen mit der Traumatur genutet Gerstenberg kuratieren darf.

01:01:14: Und Joslihaus Hamburg ist ein kleiner Beitrag.

01:01:19: Ich versuche es rasch zu machen und da hätte noch drei kurze Fragen am Schluss.

01:01:24: Und zwar heißt dieses Zitat ja die Wirklichkeit liebt die Symmetrien und die leichten Anachronismen Und dieser Begriff von Wirklichkeit und Wahrheit, da könnte man schon auch wieder fragen was ist der Unterschied?

01:01:37: Aber beide Begriffe sind etwas wo ich das Gefühl habe dass kommt öfters auch bei ihnen zur Sprache.

01:01:42: Also wenn es zum Beispiel einmal heißt mein Vater hatte ein besonderes Verhältnis zur Wahrheit in den Vaters Kiste In einer anderen Rede von Ihnen heißt es und als Dichter glaube ich an die Wahrheit.

01:01:55: Ein weiterer Essay denkt darüber nach, dass Geschichten doch eher künstliche Gebilde sind und so weiter.

01:02:03: Also diese Frage nach Wahrheit, nach Wirklichkeit.

01:02:08: Wie steht die für Sie?

01:02:09: Ich habe immer nur diese große Fragen, es tut mir leid aber wie

01:02:13: steht die dafür?

01:02:15: War im Stile von Robert Walser, glaube ich.

01:02:21: Aber vielleicht ... Können Sie

01:02:23: sagen?

01:02:23: Ja, natürlich!

01:02:24: Aber wie steht das in Verhältnis so für Sie?

01:02:26: Ich dachte es muss uns auf alle

01:02:28: interessieren

01:02:29: und das ist doch für uns eine ... Also diese Neugier ist natürlich existenziell.

01:02:37: wir müssen wissen ob uns etwas droht oder ob es harmlos ist müssen uns in einem nicht immer vollständig freundlichen Universum irgendwie navigieren.

01:02:53: Und deshalb ist die Frage nach Wahrheit und Wirklichkeit, das gehört zu uns Menschen.

01:03:01: Und diese tastende Suche danach?

01:03:05: Und was würden Sie sagen?

01:03:06: Ich finde es so toll, dass sie bei Instagram zum Beispiel unglaublich viel davon preisgeben.

01:03:11: Was sie lesen und man merkt, sie leset unglaublich viele!

01:03:16: Wie ist dieser Zusammenhang zwischen Lesen und Schreiben?

01:03:19: Das eine geht sicher nicht ohne das andere.

01:03:21: aber wie ist da für Sie der Zusammenhang des Zwischenspiels?

01:03:27: Zuerst ist das Lesen dann ist das Schreiben und ein Schreiben kommt aus dem Lesen Jetzt auch biografisch.

01:03:37: Ich schrieb dann eines Tages, weil ich so viel gelesen habe.

01:03:49: Bei mir gehört das zusammen und ich glaube auch, dass ich viel mehr ein Leser als ein Schreiber bin.

01:04:02: Schreiben versuche ich zuerst, ein Leser zu sein und auch an die Leserschaft zu denken.

01:04:09: Es ist eine eigentlich dienende Haltung in der ich meinen Beruf gegenüber habe.

01:04:17: Ich

01:04:18: schreibe das sicher alles nicht einfach für mich sondern ich denke an die Menschen, die mir ihre Zeit schenken und ihre Aufmerksamkeit und ihre Herzen öffnen.

01:04:33: Herr Berfuss, wir sind am Ende angelangt.

01:04:35: Ich habe hier zu Beginn der Aufnahme den Anfang gelesen von einem sehr politischen Gefühl, einem Essay von Ihnen und ich ende vielleicht damit.

01:04:44: da heißt es also dieser September der uns zu Ende geht und haben wir zeitgenüsst genossen nicht allen Grund zur Trauer empfinden wenn ich täglich den Verlust gerade in diesen Tagen was gerade noch gültig und heilig war ist heute bloß ein schlechter Witz.

01:05:00: Die alte Sicherheit und die Gewissheit ist

01:05:02: verloren.".

01:05:04: Mit dieser Tristheit wollen wir natürlich nicht zu Ende gehen, sondern vielleicht auch noch mal fragen was gibt Ihnen irgendwie guten Mut im Moment?

01:05:12: Gibt es da etwas?

01:05:14: Dieser Text behauptet ja etwas ungewöhnliches nämlich dass Trauer ein politisches Gefühl sei und das Trauer auch der Anfang sein könnte uns mit anderen Menschen zu verbinden, es gemeinsam zu trauen.

01:05:34: Ich weiß wie schwer das ist sich einzugestehen, dass sich alles verändert und nichts bleibt.

01:05:42: Und ich glaube aber, dass diese Akzeptanz der Anfang ist, sich da rumzukümmen was man bewahren will und was man weitergeben will.

01:05:57: Es rückt einfach die Prioritäten geraten, die trauen und deshalb ist es auch der Anfang vom Denken etwas sehr menschliches.

01:06:11: Vielen herzlichen Dank, dann würde ich sagen mit uns allen hinaus in den September.

01:06:15: Ich danke Ihnen sehr herzlich Lukas Bärfuß für's Mitmachen fürs Raten

01:06:19: und... Und ich hab' zu dank für die Gelegenheit!

01:06:20: ... zwei von drei Quiz-Pragen auf jeden Fall richtig geraten.

01:06:24: Es ist schon mal sehr gut.

01:06:26: Vielen Dank und viele herzliche Grüße.

01:06:29: Tschüss!

01:06:30: Meinerseits bis bald, tschüss!

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