Kapriolen Carolin Callies & Daniel Schreiber

Shownotes

Mehr über Daniel Schreiber: @thedanielschreiber

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00:00:21: Und herzlich willkommen zu einer ganz besonderen Ausgabe von Capri Wohlen, dem Podcast vom Literaturs Stuttgart.

00:00:27: Mein Name ist Carolin Kallis und dieses Mal habe ich mir Daniel Schreiber eingeladen.

00:00:31: Bekannt durch Bücher wie Nüchtern über das Trinken und das Glück, Zeit der Verluste – und aktuell liebe ein Aufruf!

00:00:40: Dieser Ausgab ist wirklich außergewöhnlich denn die Aufnahme fand im Mai für den Stuttgarter Kirche in Stuttgard statt mit Publikum, dass fröhlich bei den Quiz-Fragen betraten durfte.

00:00:51: Daher ist die Folge auch etwas länger als sonst üblich und daher stelle ich den Autor gleich live in der Ausgabe vor.

00:00:58: Was sich aber schon verabverraten kann, ist worum es bei Kapriolen dieses Mal geht?

00:01:03: Es geht darum wie man die eigene politische Handlungsmacht wieder entdecken kann um den Liebesbegriff bei Hannah Arendt – es geht um den Aufruf in die Gemeinschaft zu gehen und allen Menschen auch politischen Gegnern mit Menschlichkeit zu begegnen!

00:01:17: Es geht um die Farbibliothek auf dem Dorf Um intergenerationale Traumata, die uns alle prägen und um das Denken dass immer in Bewegung bleiben muss weil es sonst kein Denken ist.

00:01:27: Es geht um die eigenen Blindenflecken im Leben, um den Tag als Zeiteinheit von Trauer und warum man es sich trotz allem gut gehen lassen muss.

00:01:35: Und nun viel Freude beim Hören und bei Mitrat mit Daniel Schreiber und dem Stuttgarter Publikum.

00:01:43: Auch von mir ein wunderbares und herzliches und warmes Willkommen hier in der Berger Kirche Ganz, ganz besondere Ort.

00:01:51: Ich war hier noch nie und bin jetzt schon tiefend durchwirkt, glaube ich von dieser Städte.

00:02:00: Und danke auch nochmal sehr herzlich dem Literatursstuttgart und auch dem Kulturamt Stuttgart dass wir hier sein dürfen.

00:02:10: Sie und ihr habt es schon gehört was wir heute Abend alles vorhaben.

00:02:16: vielleicht So viel noch mal vorweg.

00:02:19: Eigentlich sind die Kapriolen ein rein digitales Format eines Podcasts, das heißt ich lade mir Gäste ein und sie sind mir dann digital zugeschaltet und entsprechen wir ganz lange und anschließend darf ich schneiden und all das also es ist eine große Premiere dass wir hier A in einer Kirche sind B dass wir Mitratende dabei haben.

00:02:42: das seid nämlich alles ihr Und insofern ist es auch ganz besonders von Angesicht zu Angesichts, mit dem Gast zu sein heute Abend und damit darf ich dich sehr herzlich begrüßen.

00:02:53: Lieber Daniel Schreiber einmal deiner Applaus

00:02:55: bitte!

00:02:55: Danke für die Einladung!

00:03:04: möchte ich das Prinzip des Quizes einmal verraten.

00:03:08: Ihr habt alle zwei Fähnchen vor euch und das Besondere ist, ich werde gleich literarische Zitate vorlesen – das sind kurze Sätze meistens aus dem literarischen Lesekosmos von Daniel Schreiber – oder ist dieses Zitat von B?

00:03:27: Und dann darf sowohl Daniel als auch ihr als auch Sie mitraten.

00:03:32: also A wäre das rosafänchen, dass ihr schwenken könntet und b wäre das regenbogenfarbige fähnchen.

00:03:45: Und Daniel Schreiber darf sich inspirieren lassen von diesen Antworten.

00:03:48: aber kann es als Publikumsjoker werden oder auch nicht?

00:03:52: Das ist ganz dir überlassen lieber Daniel und ich habe drei ein halb Quizwagen vorbereitet.

00:03:58: schauen wir mal wie weit wir kommen Denn über diese Quiz-Fragen wollen wir ja in die Tiefe dessen stoßen, was Autor ihnen so umtreibt.

00:04:08: Wie sie ins Schreiben kommen?

00:04:09: Warum Sie über das schreiben?

00:04:10: Worüber Sie schreiben?

00:04:11: Was sich vielleicht auch wie rote Fäden durch all diese Bücher zieht und deswegen werden wir wie eine kleine Werkschau heute auch bei Daniel machen.

00:04:19: Und damit mag ich dich einmal ganz kurz vorstellen, Daniel für alle, die dich noch nicht kennen oder sicherlich kennen dich viele, sonst werdet ihr nicht hier.

00:04:32: Aber du bist ein perfekter Gast für dieses Format weil deine Bücher, deine Essays strotzen vor krandiosen.

00:04:41: Buchangaben hinten und ich weiß nicht ob es auch euch so geht.

00:04:44: Ich kaufe dann immer die Hälfte dieser Literatur-Tipps oder Literaturangaben aus dem Buch hinten draußen.

00:04:51: insofern bist Du der perfekte Gast Und du bist in Meklenburg-Vorpommern, hast studiert in Berlin und in New York Literatur, Theaterwissenschaften, Slavistik & Performance Studies.

00:05:06: Das ist ein ziemlich wilder Mix!

00:05:09: Was hat dich da am meisten von diesen vier Studiengängen gefragt?

00:05:15: Also die Komperatistik tatsächlich... Also das merkt man in Büchern auch an, wahrscheinlich.

00:05:22: Und ich wollte immer schon schreiben und habe mich nicht getraut und dachte deswegen Studiere Literaturwissenschaft und genau macht es näher mit dem Schreiben so an.

00:05:35: Ich glaube so ein Moment davon hab' ich immer noch... Aber erst mal danke, dass Sie hier sind und sich nicht vor dem Wetter abschrecken lassen haben.

00:05:43: Und also ich dachte wenn es ein Open-Air-Event gibt, dachten wir sitzen hier mit drei Leuten.

00:05:50: Danke das ist ein paar mehr sind.

00:05:51: Noch einmal

00:05:54: ganz kurz in Deine Biografie zu Ende erzählt du hast ganz lange auch journalistisch gearbeitet.

00:06:00: Hast für unterschiedliche Zeitungen und Magazinen geschrieben zum Beispiel die Frankfurter unschau die Tats.

00:06:06: Du hast zum Beispiel auch im Kunstbereich geschrieben bei Monopol, bei der Weltkunst.

00:06:12: Darüber kommen wir vielleicht später noch zu sprechen und hast dann in der Tat eine monatliche Kolumne gehabt die hieß Nüchtern und daraus ist aus dem Jahr den allererstes

00:06:24: Buch

00:06:24: entstanden.

00:06:25: Wie war denn dieser Weg vielleicht hin von der Kolumnen hin zum Buch?

00:06:30: Das ist so eine gute Frage auch schon so lange her ist.

00:06:36: Das Buch hatte letztlich nicht wahnsinnig viel mit der Kolumne zu tun, sondern die Kolumna hat erst mal das Thema überhaupt aufgemacht.

00:06:44: Und ich war total dankbar dass sie sich darauf eingelassen hat diesen Thema Raum zu geben weil es war... Also heute reden wir glaube ich mit sehr viel mehr Offenheit über Krankheiten wie Abhängigkeit.

00:06:57: Wir reden mit sehr vielen mehr Offennheit über Alkohol und Drogen.

00:07:03: Damals war das noch nicht so.

00:07:06: Also damals war es ein viel größeres Tabuthema und ... Das ist jetzt, glaube ich, zwölf Jahre her.

00:07:18: Und ja... Ich überlege gerade.

00:07:21: Interessanterweise war das Schreiben des Buches dann aber echt eine andere Erfahrung.

00:07:26: Unter anderem war ich mir, weil Gründe mit Nüchtern dieser Art von Essie entstanden sind.

00:07:33: Und ich habe mir überlegt, wie bekomme ich die Lesenden dazu sich wirklich selbst zu fragen?

00:07:42: Wie sie mit Alkohol umgehen.

00:07:44: Welche Rolle Alko in ihrem Leben spielt.

00:07:47: Ob Sie vielleicht schon mal darüber nachgedacht haben, mit dem Trinken aufzuhören... ...wie sie sich ihr Leben vorstellen.

00:07:57: Ich wusste es geht nicht wenn ich Ja, also A. Journalistischreibe oder B. Professoralschreibe und Leute sagen ja hier Sohn zu viel Krebsarten werden von Alkohol verursacht wissen sie vielleicht nicht.

00:08:13: Und ich wollte dass die Lesenden wirklich was erfahren und beim Lesen etwas durchmache eine Erfahrung machen und damit auch den Raum für eine Selbstbefragung sich öffnen können.

00:08:28: Genau, und deswegen war das letztlich ein ganz anderer Schreibprozess als die Kolumne.

00:08:35: Und mehrere Bücher später sitzen wir sozusagen hier.

00:08:38: Also es gab dann, es folgte zu Hause die Suche nach dem Ort an den wir leben wollen.

00:08:43: im Jahr zwei tausend siebzehn allein Zwei Tausend Einundzwanzig Die Zeit der Verluste.

00:08:48: und gerade frisch erschienen Im Herbst Liebe ein Aufruf.

00:08:52: Ich heb das einmal hier in die Höhe.

00:08:54: so sieht das aus.

00:08:55: über das werden wir jetzt gleich auch sprechen.

00:08:57: aber du musst uns vielleicht noch mal

00:08:58: kurz

00:08:59: erzählen Du bist mit diesem Buch unglaublich viel unterwegs.

00:09:02: ich glaube auch die nächsten Wochen habe ich auf der Social Media Account gesehen bei Instagram.

00:09:07: Ich glaube, es sind zwanzig dreißig Lesungen.

00:09:09: und an welchem Moment ist man da?

00:09:11: Weil es gibt ja diesen Moment des Schreibens, es gibt den Moment des Wartens bis das Buch erscheint und dann ist es damit einem Tusch und dann isst man damit unterwegs.

00:09:19: wie geht's dir auf der Lesereiseltour immerhin?

00:09:23: Ja ich habe natürlich das Anliegen das Thema unter die Leute zu bringen und Menschen dazu zu bringen ihre eigene Appatie, ihre eigene politische Ohnmacht, ihre eigenen Lehmung irgendwie über Bord zu werfen oder zumindest zu versuchen die so ein bisschen zu durchbrechen.

00:09:42: Und ich habe natürlich das Anliegen dass Menschen wieder mehr in die Gemeinschaft gehen und dass Menschen vielleicht ein bisschen unbeeindruckter sind bezüglich dieser permanenten Lügen das rechten Rans, dieses permanenten Kulturkampf ist und dass sie ihre eigene politische Handlungsfähigkeit wieder entdecken.

00:10:06: Und ich glaube, dass wir es alle in uns haben und dass wir bei einer Zeit leben, in der die intuitive Reaktion auf die Nachrichten, die Weltlage auf unseren Alltag.

00:10:20: Darin besteht, sich zurückzuziehen und darin besteht zu glauben.

00:10:24: es hat eh keinen Sinn wenn ich etwas unternehme daran besteht zu glaube ist halt kein sinn wenn ich demonstrieren gehe oder mich anderen Gemeinschaften anschließe.

00:10:35: und ja deswegen es ist mir so ein großes anliegen.

00:10:40: deswegen spreche ich da gerne darüber auch wenn es mir total schwer fällt um ehrlich zu sein weil Also man ist ja auch aus einem Grundautor.

00:10:53: Ich glaube, ich bin schon sehr viel besser da drin zu Hause zu sitzen und zu lesen und zu schreiben als auf Bühnen zu sitzen oder mit Menschen zu reden.

00:11:04: Und was nicht heißt es sich nicht auch gerne mache wie in diesem Fall heute.

00:11:13: Was uns hinführt?

00:11:15: Lieber Daniel, zu der allerersten Quizfrage.

00:11:17: Bist du bereit?

00:11:18: Ich

00:11:19: habe ein bisschen

00:11:20: Angst.

00:11:24: Also ich bin wirklich darauf angewiesen dass sie die richtigen fahren hochheben weil ich bin bei solchen Testsituationen immer auch völlig bereit zu scheitern.

00:11:34: übrigens

00:11:35: Um dich da auch zu entlasten, den meisten Autorinnen geht es so.

00:11:38: Dass sie sich irgendwie zurückfühlen in eine Prüfungssituation der Schule.

00:11:42: aber alle machen das ganz, ganz so.

00:11:47: Sofern kannst du dich entspannen und zwar...

00:11:49: Bist du Nummer acht von vierzehn?

00:11:50: Ja genau!

00:11:55: Stell ich euch erst mal die beiden Bücher vor oder die beiden Autorinen vor um dir gehen kann.

00:12:00: Die erste Möglichkeit wäre Maggie Nelson die ihr vielleicht, genau ich sehe in fragende Gesichter.

00:12:09: Dann könnt ihr auch noch eine Literaturempfehlung mit nach Hause nehmen.

00:12:13: Maggie Nelson ist eine US-amerikanische Dichterin und Autorin, die in den letzten Jahren viel von sich reden gemacht hat in den USA aber auch in den Übersetzungen hier in Deutschland.

00:12:24: Jan Willem hat sie übersetzt Mutterschaft nachdenkt über auch queere Mutterschaft und all das.

00:12:40: Aber es kann jetzt endlich wieder sein aus Blurz, so heißt dieses Büchlein.

00:12:44: Es ist auch ein essayistisches Büchchen, dass sich ganz viel um die Farbe blau treten.

00:12:50: Mehr verrate ich jetzt mal noch nicht weil vielleicht wird Daniel uns später noch ein bisschen was über diese Autoren erzählen.

00:12:56: oder

00:12:56: aber

00:12:58: der Name wird auf jeden Fall bekannter aktiver vom tätigen Leben.

00:13:06: Hannah Arendt, ja ich glaube man muss hier als Philosophin gar nicht groß vorstellen eine der wichtigsten Philosophenen gerade übrigens auch im Literatur aus Stuttgart.

00:13:14: Eine Ausstellung von ihr zu sehen.

00:13:18: Auch da lohnt der Weg.

00:13:20: Ja die auch in ihrem ganzen Werk viel über Liebe nachdenkt Wie du in deinem Buch zeigst.

00:13:26: und jetzt kommt das Zitat Und wir schauen dann mal ja Also es geht so Denn sich zu wünschen, man könne vergessen wie sehr man jemanden geliebt hat und dann tatsächlich zu vergessen.

00:13:42: Das kann sich zeitweilig anfühlen wie das Schlachten eines schönen Vogels der sich durch nichts weniger als durch Knade dazu entschieden hat in deinem Herzen sein Nest zu bauen.

00:13:53: Ich habe gehört dieser Schmerz könne gewissermaßen verwandelt werden indem an die universelle Vergänglichkeit aller Dinge akzeptiert.

00:14:01: diese Akzeptanz verwirrt mich.

00:14:03: Zu manchen Zeiten scheint sie ein Akt des Willens zu sein.

00:14:06: Zu anderen Zeiten, einen Akt des Aufhebens.

00:14:10: Häufig habe ich das Gefühl Ich wiege zwischen ihnen hin und

00:14:14: her.".

00:14:16: So klingt das nach einer Übersetzung ... Nach Maggie Nelson, dann wäre das das rosa Fähnchen.

00:14:25: Klingt das an Hannah Arendt?

00:14:27: Dann wäre es dieses Fähnen.

00:14:31: Einmal bitte aufzeigen!

00:14:36: Die Mehrzahl ist für

00:14:37: Hannah Arendt.

00:14:38: Ja, fast ausgeglichen aber ein Ticken

00:14:41: mehr Hannah

00:14:42: Areandt!

00:14:43: Was sagst du Daniel?

00:14:47: Ich liess Maginelsen auf Englisch deswegen bin ich mir gerade bisschen unsicher, aber ich würde sagen es ist Maginelzen.

00:14:56: Und was glaubst Du?

00:14:57: warum?

00:14:59: Weil sie ein anderes... Im Schreiben, eine größere Selbstverständlichkeit hat ich zu sagen.

00:15:12: Und auch im Schreiben eine andere Form von Subjektivität inszeniert und ne andere Form für Subjektifität auch häufig findet.

00:15:23: Und Hannah Arendt... Ich hoffe das ist falsch und ich blamier mich nicht völlig aber ich finde die Sprache auf eine Weise philosophisch akademisch gefärbt, trotzdem häufig sehr verständlich aber trotzdem auf einer ganz klassisch-philosophischen akademischer Weise geprägt.

00:15:52: Und genau also im Denktagebuch gibt es ganze Passagen die auch altgriechisch geschrieben sind.

00:15:59: und wenn man ihre Ihr erstes Buch, Ihre Situation über den Liebesbegriff bei Augustinus liest dann stößt man da immer wieder auf wahnsinnige Probleme weil so viel auf Latein ist und weil sie so mit Großteil Selbstverständlichkeit davon ausgeht dass man diese ganzen theologischen Begriffe in Auflatein oder griechisch natürlich kennt und genau weiß was damit gemeint ist.

00:16:25: Und deswegen Okay, und jetzt habe ich gerade ein bisschen richtig angucken.

00:16:29: Was?

00:16:31: Ein Pokerface hab' ich da!

00:16:33: Aber du hast vollkommen recht einen Punkt für dich

00:16:36: Daniel.

00:16:36: Für alle mit dem rosa Fanchen herzlichen Glückwunsch auch zu eurem ersten Punkt.

00:16:44: Kriegt die Zuschauer eigentlich was dafür wenn sie richtig ...

00:16:48: Das überlegen wir uns noch bis zum Ende.

00:16:52: Aber vielleicht magst du auch noch ein bisschen berichten, weil Maggie Nelson glaube ich noch nicht so bekannt ist.

00:16:58: Sie aber auch immer wieder vorkommt in deinen Büchern und hinten in den Literaturangaben.

00:17:04: Warum du sie schätzt?

00:17:06: Und was an ihr das Tolle ist?

00:17:13: Ein ganz zentraler Punkt meiner Bücher ist die Frage also wie ich durchs Leben gehen kann ist die Frage, mit welchen Fragen ich mich tatsächlich auseinandersetzen kann.

00:17:35: Wir glauben an, dass es so banal ist wirklich seine Geschichte zu erzielen und wirklich zu seiner eigenen Stimme zu kommen – das ist aber wahnsinnig schwer!

00:17:45: Wir wissen alle, was gerade gefragt ist.

00:17:47: Was gerade angesagt ist.

00:17:48: Wir wissen alles, was unsere besten Freunde und Freunde unserer Partner-Partnerinnen, unsere Familienmitglieder hören wollen.

00:17:56: Und wir wissen das schon von klein auf an.

00:18:02: Als schreibende Person ist man sich auch immer bewusst, was andere Leute schreiben.

00:18:07: Welche Themen gerade interessant sind.

00:18:11: Welchen Themen sich gerade gut verkaufen usw.. Und all das informiert die eigene Stimme und bringt einem letztlich dazu, sich von seiner eigenen Stimme an seine eigenen Geschichte zu entfernen.

00:18:25: Die Bücher sind der Versuch dem wirklich so nah wie möglich zu kommen und wirklich ein non-fictionales Ich zu zeigen dass so nah an der Realität wie möglich ist und so nahe eine Realität wie möglich, weil natürlich das Schreiben immer dazwischen steht.

00:18:46: Also wenn man in dem Moment, indem man schreibt entfernt man sich auch ein Stück von seiner Geschichte.

00:18:56: Das Medium spielt immer eine Rolle.

00:19:00: Und ich finde, Maginelsen macht auf eine gute Weise vor, wie man das auch machen kann.

00:19:11: Ich würde sagen, ich schreibe ganz anders als Maggie Nelson.

00:19:16: Aber wie sie sich sagt und versucht auch zu ihrer eigene Erfahrungswelt auszuleuchten und zwar nicht aus einem exibitionistischen oder egocentrischem Sinne sondern aus dem Sinn Also aus dem Sinn, der daran besteht etwas zu teilen was andere Menschen auch eventuell weiter helfen kann.

00:19:45: Wie sie das macht ist wirklich beeindruckend und auch wirklich neu.

00:19:51: also ich kenne niemanden der es so macht wie Sie Und deswegen finde ich sie immer ein extrem interessanter Autor anzulesen.

00:20:05: Ich bin immer wieder beeindruckt und unterhalten, lernen ganz viel und fühle mich angeregt.

00:20:16: Und Hannah Arendt spielt ja gerade auch im Liebe einen Aufruf eine wichtige Rolle als Denkerin.

00:20:22: Aber du denkst ja ganz zentral eben über diesen Begriff der Liebe nach.

00:20:26: Und nicht nur an erster Stelle über den Begriff des Zwischenmenschlichen, der Erotischen-Liebe sondern tatsächlich in so einem fast ethisch moralischen Sinne und da ist Hannah Arendt jemand, der genau darüber auch nachgedacht hat.

00:20:45: also Du hast es schon genannt im Denktagebuch Doktorarbeit, aber eben auch in Vita Activa.

00:20:54: Und von dort aus gehst du in den Buch auch los wenn Du sie zitierst und sagst Amor Mundi warum ist es so schwer im Moment die Welt zu lieben?

00:21:03: Vielleicht magst Du uns ein bisschen mitnehmen wie Hannah Arendt irgendwie wichtig ist in diesem Buch

00:21:07: für Dich Ja ganz wichtig und ich glaube Es ist kein Zufall dass Hannah Areandt in den vergangenen Jahren so wiederentdeckt wurde und Sonderende Songs erfahren hat weil sie glaube ich wirklich Antworten auf unsere Zeit hat.

00:21:24: Also Antworten hat die, um auf unserer Zeit zu treffen.

00:21:28: Ich kenne keine andere Philosophin, die so genau über Politik nachgedacht hat... darüber nachgedacht hat, was es heißt auf dieser Insel der Gluxeligen zu leben in der wir leben weil wir zu den wenigen Menschen gehören die in einer Demokratie leben welche Verantwortung damit einhergehen.

00:21:52: Was genau...was man machen muss um diesem Glück diesen Geschenk gerecht zu werden.

00:22:04: und Und ein Begriff, der bei ihr immer wieder eine Rolle spielt und auf jeden Fall immer wieder zu sprechen kommt.

00:22:12: Das ist aber einer großen Amivalenz – es ist der, der Liebe!

00:22:15: Damit meint sie eben nicht nur die romantische Liebe auch nicht die freundschaftliche oder die familiäre Liebe also das was wir seit dem achtzehnten Jahrhundert vor allem als Siebe verstehen sondern sie meint eine politische Form von Liebe eine Form von Liebe, die man als ein zwischenmenschliches, also ein gemeinschaftliches Beziehungsgeschehen verstehen kann.

00:22:41: Und sie war immer sehr skeptisch wenn es darum ging, wenn die Politik zum Beispiel die Liebe oder das Gute oder das Weltverbessende als Ziel postuliert weil sie sehr richtig fand, dass das überhaupt zu einer Art von Manipulation einlädt.

00:23:06: Und ihr ganz zentraler Punkt dabei und der spielt auch eine Rolle in der Frage die du zitiert hast also warum ist es so schwer die Welt zu lieben?

00:23:18: Ihr ganz zentaler Punkt war der Das wenn wir unsere Gesellschaft politisch mitgestalten wollen.

00:23:25: Wenn wir unsere welt Mit gestalten wollen dann können wir das nur ausliebe tun.

00:23:31: Das heißt, wenn wir es nicht auslieben tun dann werden wir automatisch heitern.

00:23:40: und also Liebe war für sie die Grundlage jeder politische Mitgestaltung Und ich fand es... Für mich ist es so interessant gewesen weil ich halt den Eindruck habe dass in den vergangenen drei Jahrzehnten genau das gefehlt hat und genau dass diese Ebene von Politik, dieser Ebene für politische Mitgestaltung immer weiter aus den öffentlichen Diskursen, aus dem politischen Diskurs in verdrängt wird.

00:24:16: Und ich glaube wenn man sich unsere Gesellschaft heute anschaut Wie gering die Rolle ist, wie Dinge in der Gesellschaft, wie Solidarität spielt.

00:24:35: Wie Verantwortung für unsere Lebenswelt und nachfolgende Generationen von Kindern und Kindeskindern.

00:24:43: Wie die Fürsorge für Schwächerer.

00:24:46: Wie Aspekte, Gemeinwohl, Gemeinsinn... Wenn man sich anschaut und sieht ... wie unbedeutend diese wirklich wichtigen Dinge geworden sind, dann ist es kein Wunder.

00:25:01: Dass immer mehr Menschen sich... Also das Gefühl haben sie Leben einer Gesellschaft die nicht mehr funktioniert, dass immer mehr menschenpolitisch nicht mehr repräsentiert werden.

00:25:15: und also diese Aspekte von Liebe als ein politischer Beziehungsgeschehen.

00:25:24: ohne diese Dinge können wir als Gesellschaft nicht überleben.

00:25:28: Ohne diese Dinge verlieren wir den Blick darauf, was uns zusammenhält und deswegen kommt durch Ced die Auseinandersetzung mit Hannah Arendt in ihrem Liebesbegriff auch dieses Buch und sie ist die einzige Philosophin und es kommen verschiedene Liebeskonzepte vorgestellt also von treizender christlichen Liebeskonzepten bis hin zu Erich von.

00:25:58: Aber sie zieht das ganze Buch und kommt in jedem Abstatt vor, jeden Kapitel vor.

00:26:06: Ja du hast es beschrieben.

00:26:07: also eigentlich ist das Buch zur allererst mal so eine Beschreibung dieses Ist-Zustandes.

00:26:12: und ich glaube wie ist gerade die Gesellschaft welches?

00:26:16: welche Temperatur herrscht gerade in der Gesellschaft.

00:26:19: Was ist politisch los?

00:26:22: In Deutschland aber auch weltweit?

00:26:24: und gleichzeitig schilderst du damit ein Gefühl, was glaube ich uns allen so geht dass man einen Gefühl der Ohnmacht verspürt.

00:26:30: Was kann man in diesem Moment eigentlich aktiv tun?

00:26:34: wie kann man zwischenmenschliche Dinge verändern aber auch politische Dinge verändern?

00:26:38: Und dann gibt es diesen großen Bereich des Liebesdiskurses, nenne ich das Mal.

00:26:43: Den du beschreibst an all den genannten Philosophen, Ethnologen und so weiter.

00:26:49: Dann kommt aber... Vielleicht kommen wir darauf zu sprechen?

00:26:52: Es heißt ja ein Aufruf!

00:26:54: Ich finde ja tatsächlich total cool das ganz am Schluss kommen tatsächlich Aufruf um Aufrufen auf Ruf, was nämlich eigentlich wie so eine kleine Handlungsanleitung.

00:27:05: Was man dann alles mit auf den Weg nehmen kann.

00:27:07: also wenn es da heißt ich möchte mich selbst immer wieder dazu aufrufen mehr zu lieben und Teil dieser Allianz zu werden.

00:27:14: Ich möchte zu einer radikalen Freundlichkeit aufrufe.

00:27:17: ich möchte dazu auf rufen Gemeinschaften zu gründen und Bewegungsräume zu schaffen.

00:27:21: Also das ist ein großes Ja, also ein großes Paket was man mitnehmen kann sag ich mal.

00:27:29: Aber es gibt zum Beispiel auch den Aufruf gegen Polarisierung und für politische Meinungsvielfalt zum Beispiel.

00:27:36: Also vielleicht magst du ein bisschen etwas dazu erzählen wie es da zu kommt?

00:27:39: Weil ich finde das ist eines deiner...es ist dein politisches Buch Und es ist gleichzeitig eben auch eines dass wirklich so ganz konkret anspricht und die Menschen draußen ansp trifft uns sagt komm das können wir doch tun und das können.

00:27:54: Ja, mir war die Form der Ansprache oder die Form des Aufrufs sehr wichtig und du hast ja auch erwähnt.

00:27:59: Das heißt ich möchte dazu aufrufen Und ich glaube dass wir häufiger zu einem müssen aufgerufen werden.

00:28:06: also Ich habe sehr häufig gehört in der Vergangenheit Wir müssen zuversichtlich sein wir müssen das machen Das jetzt hat man keine andere Wahl als das zu machen Und ich verstehe, dass das auch eine Art von Handlungsanweisung ist die manchmal Sinn ergibt und die also manchmal auch richtig ist.

00:28:29: Aber ich glaube nicht, dass wir mit einem Mutz oder einem Müssen weiterkommen in der derzeitigen desaströsen Lage der Welt.

00:28:45: Ich habe noch nicht den Eindruck gehabt, dass ich die Antworten habe.

00:28:53: Ich hab viele Ideen, ich mache viele Vorschläge aber wenn ich die antworten hätte, wenn es so einfach wäre diese Lösungen, dann wär ich auch nicht der... also dann wären noch andere schon drauf gekommen und dann wären wir wahrscheinlich in der Lage.

00:29:11: Also wir leben an der Zeit, die viele Fragen hat auf die es keine Antworten gibt und die viele Probleme kennt für die es eine Lösung gibt.

00:29:20: Und ich glaube ein selbst befragendes Aufrufen, ein vorschlagendes, ein sanftes Aufruf kann da viel effektiver sein.

00:29:35: Und auch wenn ich, also ich glaube ganz fest an Meinungshefalt und ich glaube, ganz fest daran dass wir vielen politischen Meinungen einen Raum geben das wir damit neue Pole in diesen politischen Diskursen schaffen die halt dieser Polarisierung wird derzeit erleben.

00:30:01: Ich glaube auch, dass wenn man sich die Logik der Polarisierung anschaut.

00:30:05: Also eine Seite, die immer grundsätzlich gegen das System ist und das immer weniger funktioniert.

00:30:16: Dann gibt es aus dieser Logik eigentlich keinen Ausweg.

00:30:21: Diese Logik in der Polarisierung führt immer dahin... wird immer dahin führen, dass die Seite, die gegen dieses immer weniger funktionierende System ist größer wird und letztlich gewinnt.

00:30:38: Und wenn man aber nicht darauf reinfällt – und wenn man tatsächlich seine politischen Meinung, seine Überzeugung zum Ausdruck bringt -, wenn man sich verbündete Sucht an bestimmten Projekte mitarbeiten, an bestimmten Orten, die Welten unserer Gesellschaft tatsächlich besser machen wollen.

00:31:06: Dann wird man nicht auf diese Logik der Polarisierung reinfallen und dann entzieht man dieser Polarisierungen auch den Boden.

00:31:18: Es ist immer wieder ein Aufruf zum gemeinschaftlichen Handeln, um in die Gemeinschaft gehen.

00:31:24: Zum Gespräch war immer ein Aufwurf sich auch mit politischen Gegnerinnen und Gegnern auseinanderzusetzen und diese Gegnerin und Gegender nicht zu feinden machen sondern eher wie March of the King es formuliert hat vielleicht die Taten das Gegenüber zu verachten aber nicht das gegenüber selbst.

00:31:45: Es ist ein Aufruf, auch mit Menschen, mit denen man also in kaum etwas übereinstimmt.

00:31:55: Auch den Menschen mit Menschlichkeit zu begegnen und ihrer Menschlichkeit nicht abzusprechen.

00:32:01: Selbst wenn diese Menschen versuchen dir selbst die Menschlichkeit abzusprechend, ist das kein Grund diesen Menschen demgegenüber die Menschigkeit abzusprechen.

00:32:13: Und ich hoffe, dass das nicht zu abstrakt.

00:32:17: Wenn man es liest, hoffe ich, dass es weniger abstrakt klingt!

00:32:21: Aber würdest du sagen, vielleicht trotzdem so im Konkret?

00:32:23: Also es gibt für dich keine Grenze der Liebe.

00:32:26: Weil wir hier auch in der Kirche sind... Es hat ja schon was von dem absoluten Nächstenliebe dann.

00:32:31: Ich halte die eine Wange hin und dann halt ich noch die andere Wange her.

00:32:35: Würdest du das sagen, dass es

00:32:36: nicht gibt?

00:32:36: Gar nicht!

00:32:37: Und es ist auch interessant weil natürlich glauben wir fast alle, es ist ein Liebeslied immer nach Netz sein Wenn man das Buch nicht liest zu denken, ah ja also jetzt sind beide nett zueinander und dann wird alles wieder gut.

00:32:54: Das ist überhaupt nicht damit gemeint sondern also Liebe kann nur funktionieren wenn wir unsere Grenzen setzen.

00:33:01: Liebe kann nun funktionieren, wenn wir uns kennen.

00:33:06: Liebe Kann nur funktionierend wenn wir Ambivalenz ertragen Und das heißt eben nicht Netze, sondern es heißt eben zu sagen okay wir können darüber können wir nicht reden bis hierhin und das kann ich nicht akzeptieren.

00:33:25: Hier übertrittst du eine Grenze die mich oder andere Menschen verletzt.

00:33:30: aber wir können über andere Sachen reden und wir können auch über diese Sachen reden bei denen wir vielleicht zusammenkommen Und ich glaube auch, dass man das mit vielen Menschen tatsächlich kann.

00:33:41: Auch wenn es schwer ist und ich habe zum Beispiel auch den... also ich mache den Punkt immer wieder in dem Buch.

00:33:49: Dass man z.B.

00:33:51: mit Rechtsextremen wählen dann reden muss, was wir keine andere Wahl haben.

00:33:58: Also schon aufgrund der Zahlen aufgrund unserer lebenswertigen Realität, aufgrund dessen das viele von uns Rechtsextreme wählen in unseren Familien und so weiter haben.

00:34:11: Aber dass man glaube ich nicht mit den rechtsextremen Politikmachenden reden muss oder reden kann einfach aus dem Grund, dass diese Politikmachen nicht an irgendeiner Form von Dialog interessiert sind.

00:34:25: sie sind nur daran interessiert ihren Hass ihrem Ekel ihre Verbitterung wenn die die Welt zu posaren und damit ihre eigene Macht auszubauen.

00:34:37: Und auch wenn ich glaube, dass man politisch mit diesem Politikmachenden nicht reden kann und nicht reden sollte und das es nichts bringt würde ich trotzdem in jedem Fall den immer mit Menschlichkeit begingen und auch jemandem der oder die ekelhafte Dinge sagt und schlimm für unsere Gesellschaft ist, objektiv unsere Gesellschaft verschlechtert.

00:35:15: Auch diesen Menschen möchte ich die Menschlichkeit absprechen.

00:35:18: Ich stelle mir immer vor wie sich diese Politikmachenden fühlen wenn sie nach Hause gehen zu den Menschen denen die sie lieben was Dieser ganze Hass und diese ganze Verbitterung, dieser ganze Ekel mit ihnen macht.

00:35:31: Wie sich das anfühlen muss... Das alles weiterzugeben an die Menschen, die man lebt.

00:35:42: Was es für diese Menschen bedeutet?

00:35:43: Was ist?

00:35:43: bedeutet bestimmte Traumata, die er mitbekommen hat auch an nächste Generation weiterzugehen?

00:35:53: Wie fühlt es sich an, die Welt schlechter zu machen und nur wenn man seine eigene Macht ausbauen möchte?

00:36:03: Eine letzte Frage vielleicht noch zur Liebe bevor wir zur nächsten Quizfrage kommen.

00:36:09: Und wir könnten noch ganz viel über dieses Buch sprechen.

00:36:11: Wir können über jeden der einzelnen Aufrufe glaube ich sehr lange sprechen und unglaublich viel mitnehmen aber das Buch kann man natürlich auch käufig erwerben.

00:36:20: Aber eine Frage wollte ich gerne noch stellen Buch ja

00:36:24: einen

00:36:24: Bogen, wie eigentlich jedes Deiner Bücher ein Bogen hat der sich darüber spannt über diese inhaltlichen Thematiken oder über das Nachdenken von Begriffen.

00:36:35: Nämlich in diesem Fall der Rahmen einer Schreibwerkstatt die du gibst und es ist eine Schreibwerksstadt die findet über mehrere Tage statt.

00:36:44: Das ist eine größere Gruppe mit der du da zusammen kommst Und es geht genau um dieses Thema, was du gerade geschildert hast.

00:36:51: Wie bekommt man seine eigene Stimme?

00:36:53: Wie findet man eigentlich auch das, was wirklich das eigene ist?

00:36:57: Wie bringt man das zur Sprache?

00:36:59: und ich habe das Gefühl, dass auch über diese Gruppe so ein bisschen einen Vertrauen in die Menschen auch wiederkommt im Buch.

00:37:08: So möchte ich es vielleicht formulieren weil du startest ja damit, dass man irgendwie an der Menschheit und an den Menschen irgendwie verzweifeln kann.

00:37:15: Das ist

00:37:16: so

00:37:17: eine

00:37:19: schöne Beobachtung, wenn es genau so ist.

00:37:21: Es ist für mich nicht nur in meinem Leben so und ich hab ... Also das sind ... Als ich geb diese Workshops ungefähr acht Mal im Jahr und ... Ich habe immer den Eindruck, dass sich danach wieder ein bisschen mehr an die Menschheit laufe.

00:37:41: Und es ist auch viel Teil neben mir so.

00:37:46: Also etwas Magisches fast schon, wenn Menschen zusammenkommen die aus ganz unterschiedlichen Lebensbereichen kommen.

00:37:54: Die sich sonst nie kennenlernen würden auch sonst wahrscheinlich nichts miteinander zu tun hätten und beginnen sich ihre Geschichten zu erzählen und den Geschichten der anderen ohne Urteil ohne Beschämung zuzuhören.

00:38:08: Was sich dabei ergibt, ist wirklich eine ganz besondere Form von Nähe.

00:38:15: Eine ganz besondre Form von Menschlichkeit und Liebe.

00:38:21: Von Liebe als einem zwischenmenschlichen, als einem gemeinschaftlichen Geschehen.

00:38:28: Und es kommen immer wahnsinnig tolle Texte dabei raus!

00:38:34: Also falls sich jemand dafür hier interessiert, wo machst du das?

00:38:37: Und kann man sich bewerben?

00:38:38: oder gibt es keine Plätze mehr.

00:38:39: Wie ist das

00:38:44: so?

00:38:44: Für dieses Jahr ist es voll und ich bin gerade bei überlegen ob ich noch einen extra Workshop um November mache.

00:38:53: Ich werde wahrscheinlich auf Instagram davon erzählen.

00:38:58: Genau, ich bin grade dabei die Nächsten zu organisieren.

00:39:07: Seid ihr, bist du bereit für die nächste Quizfrage?

00:39:10: Wir ziehen weiter.

00:39:12: Cut!

00:39:13: Es ist immer ein bisschen hart weil man könnte ja noch so vieles aber wir haben noch so Vieles

00:39:20: Und wir haben auch schon so lange

00:39:21: gesprochen.

00:39:22: Wir sind in der Zeit, es ist sehr praktisch, dass du eine Uhr an hast Daniel auf die ganze Zeit im Kühlsee.

00:39:28: Die Zeit sehe ich, das ist praktisch!

00:39:29: Ich

00:39:29: fahre mich gerade durch zu lange Rede und ob ich mich kurz erfassen soll also wenn nicht zu langer Rede unterbrechen kann.

00:39:34: Ich

00:39:34: kürze einfach die Fragen radikal von hinten.

00:39:45: Ihr habt es vielleicht schon gemerkt, man muss nicht zwingend die Texte kennen oder gelesen haben um Vermutungen darüber anzustellen von wem dieser Text sein könnte.

00:39:54: Ich habe wieder zwei zur Auswahl.

00:39:58: das eine kommt aus Frankreich, Didier Eribon.

00:40:04: ich schau in Gesichter Okay, es gibt Nickende.

00:40:08: Übersetzt von Tobias Haberkorn, Didier Ériban ist ein Soziologe und ein Schriftsteller.

00:40:15: Rückkehr nach Raen.

00:40:17: Würd ich das jetzt aus... Raens?

00:40:20: Entschuldigung, Raens!

00:40:22: Und der dieses Buch ist schon im Jahr twohundzehn neun erschienen

00:40:25: aber

00:40:26: zweihundsechzehn erst übersetzt worden.

00:40:30: Ja, auch eine autobiografische Erzählung, autofiktionale, ne?

00:40:36: Autobiographische Erzählungen und auch ja fast auch ein sociologischer Text in dem er nämlich darüber nachdenkt über seine eigene Herkunft aus einer Arbeit der Familie.

00:40:46: Und auch die eigene Homosexualität.

00:40:49: und was hat all das mit Wahlverhalten zu tun?

00:40:52: und und und also einmal Didier Eribon.

00:40:55: oder aber jetzt Christa Wolf.

00:41:00: Kindheitsmuster, Christa Wolf kennen vielleicht einige als eine der großen Autorinnen des letzten Jahrhunderts.

00:41:08: Eine Autorin, die dir sehr wichtig ist.

00:41:11: in all ihrem Werk.

00:41:12: Der geteilte Himmel kann man vielleicht kennen oder nachdenken über Christaté kein Ort nirgends beispielsweise.

00:41:18: Dieses Buch heißt kindheitsmusta und es ja auch ein autobiografisch angehauchter Text.

00:41:27: Und jetzt kommt das Zitat Ich freue mich immer so in Schuldigung.

00:41:42: Was machen wir mit dem, was sich uns eingeprägt hat?

00:41:45: Das ist keine Frage sondern ein Ausruf, ein Hilferuf womöglich.

00:41:50: Wozu wir Hilfe brauchen das unterscheidet uns mehr als manche andere.

00:41:57: Also stopp, stopp!

00:41:58: Genau erst das Publikum.

00:42:00: Ihr dürft zuerst... Es ist Rosa und Christa Wolf, es ist Regenbogenfarben.

00:42:09: Bitte einmal ihr Voting jetzt!

00:42:12: Ich glaube Stefan ... Ah doch du hast auch okay.

00:42:15: Unsicherheit?

00:42:18: Mehrheit für ihre Bohnen würde ich sagen

00:42:20: oder?

00:42:22: Es ist wieder halbe Halbe.

00:42:28: Okay

00:42:29: Wir können ja mal einzeln.

00:42:32: Also, wer ist für Christa Woll?

00:42:34: Möchtest du einen einzelnen Publikums-Joker raus?

00:42:36: ...

00:42:37: Nee, nee, ich dachte, wir trennten um zu sehen!

00:42:41: Ja,

00:42:43: ich verstehe also

00:42:43: zuerst Erribon.

00:42:50: Okay... Und nun, Christa Wall, da ist die Mehrheit.

00:42:55: Okay, danke schön.

00:42:57: Was sagst du?

00:42:59: Ich finde es ein schwieriges Zitat.

00:43:03: Es ist schon eine Weile her, dass ich beide Bücher den Lesen habe und ... Und ich hab außerdem noch so das Problem, also Christa Wolff so verehrt, dass sich auf keinen Fall bei ihr einen Fehler machen muss.

00:43:15: Er hat uns sogar noch mal überlegt, alles nochmal durch oder anzulesen bevor er herkommt.

00:43:23: Das hab' ich nicht gemacht unter anderemweise, wenn ich Zeit hab'.

00:43:26: Und ich würde aber auch sagen, dass es Christa Wolf is'.

00:43:29: Und meinem Gefühl nach

00:43:32: ...

00:43:34: Das ist wirklich so ein Pocah-Face.

00:43:36: Ja, das ist

00:43:37: ein Clariface.

00:43:39: Meinem Gefühl nach, es gibt bei Christa Wolff eine bestimmte Poetologie.

00:43:47: Ein bestimmtes Hinterfragen von Sprache.

00:43:53: Ein Versuch die Sprache ... also dahin zu bringen, mehr auszudrücken und mehr Aspekte auszutrücken.

00:44:05: Das ist häufig ein Fragen- und Suchen-, aber es ist eine Frage oder einen Suche mit einer unheimlichen Stringenz und einer unheimlichen Stärke, mit einer wirklich unheimischen Krugheit.

00:44:19: Und ich glaube auch, Kindheitsmuster ist eines der Bücher die wir alle lesen sollten weil man so viel darüber lernt Wie der Zweite Weltkrieg, wie die Nazi-Herrschaft uns alle geprägt hat.

00:44:34: Unsere Eltern und so Großeltern aber eben auch uns... ...wie die Flucht nach dem zweiten Weltkrig so viele von uns geprägen hat.

00:44:44: Es ist ein Buch über intergenerationale Traumata Und ich würde sagen es ist Christa Wolff und ich hoffe ich habe keinen Fehler gemacht.

00:44:54: Nein, herzlichen Glückwunsch!

00:44:59: Und mir geht es in der Auswahl der Bücher so.

00:45:02: Also in manches schaue ich dann nur so rein um Zitate herauszufinden und in manchen bleibe ich dann einfach komplett hängen.

00:45:10: und Christoph Wolf Kindheitsmuster muss noch mal zu sagen ist genauso ein Buch.

00:45:14: also total toll.

00:45:16: allein der erste Satz Das Vergangene ist nicht tot, es ist nicht einmal vergangenen.

00:45:20: Wir trennen das von uns ab und stellen uns

00:45:22: fremd.".

00:45:23: Da bleibt man doch gleich da?

00:45:25: Den

00:45:25: hat sich von Faulkner interessanter.

00:45:31: Also ein ziemlich bekanntes Faulkners Zitat.

00:45:34: Das Vergangene isst nicht tot.

00:45:36: Es war nicht einmal vergangen.

00:45:38: Und das hat sie aber auch immer wieder gesagt.

00:45:40: Ja!

00:45:41: Das ist ein bewusstes Zitat Super.

00:45:45: Okay, dann ist es so ... Aber trotzdem bleibt man gleich hängen.

00:45:53: und du hast jetzt schon viel zu Christa Wolf gesagt aber vielleicht noch bist du irgendwie in deiner Lektürezeit auf sie gestoßen?

00:46:00: Weißt du wo war das erste Buch von ihr, wo du hängen geblieben bist?

00:46:03: Warum ist die so eine Lebensautorin für dich tatsächlich?

00:46:07: Also ich glaube, das erste Woche bin ich mit sechzehn gelesen Ein leidenschaftlicher Bibliothek-Gänger gewesen.

00:46:18: Und es fing schon sehr früh ein, weil es gab in dem Dorf wo ich wohnte so eine Fahrbibliotheke die einmal die Woche gekommen ist und einen Bus mit ganz vielen Büchern.

00:46:27: Ich habe es geliebt wenn dieser Bus kam und ich mir neue Bücher ausleihen konnte und später dann als ich in einer Kleinstadt auf einem Gymnasium ging, gab es dort auch eine Bibliothek Und da traf ich auf einen Buch von Christa Bäuf.

00:46:43: Sie ist kein Ordnirgungs, und ich hab über die Karin gefragt ob das was Interessantes wäre?

00:46:47: Und sie meint unbedingt!

00:46:50: Und sie hat erzählt wie ja... Was für ein wichtiges Buch dass für sie und viele andere Menschen war.

00:46:57: Dann habe ich es gelesen und so verstanden weil Ein Buch, das auf so vielen Ebenen funktioniert.

00:47:08: Es geht um die Oberfläche und Gündo Rode.

00:47:13: Aber es geht auch um die Frage, wie viel Sinn das Leben ergibt?

00:47:19: Was man macht, wenn man in einer Welt lebt, die einem nicht freundlich gesonnen ist... wie man sich als Mensch durch die Zeit bewegen kann und sich trotzdem treu bleiben kann.

00:47:37: Und dann habe ich angefangen, alles von ihr zu lesen.

00:47:41: Ich muss wirklich sagen... Es gibt Bücher, die sind anspruchsvoll, es gibt Büchern, die habe ich lieber gelesen als andere aber ich fand jedes Buch großartig!

00:47:54: Die meisten von den Bücheren mehrmals gelesen Und ich habe immer wieder Momente, also ich erinnere mich zum Beispiel als mit der herauskam und ich bin mit dem Fahrrad, da hab' ich Ziviliens gemacht, mit dem Motorrad zu einem Pflegeheim gefahren wo ich gearbeitet hab.

00:48:15: Ich habe mich danach so in das Grün in den Straßengraben gesetzt um weiterzulesen weil ich nicht aushalten konnte.

00:48:26: zurückzufahren, um es weiterzulesen.

00:48:29: Ich wusste das unbedingt sofort weiterlesen und ich finde sie wirklich eine ganz fantastische Autorin die auch immer... Sie wird immer noch zu wenig beachtet.

00:48:42: und man muss auch sagen also wenn man sich für Feminismus interessiert Also die Bücher sind schon so früh und mit so einer Weitsicht.

00:48:55: Und

00:48:57: so

00:48:59: feministisch, wenn man sich für Autofiktion oder für das Essayistische interessiert.

00:49:04: Das hat sie alle schon gemacht, wenn Man sich für antiken Adaptionen interessiert, die jetzt in den vergangenen Jahren wieder so in Mode waren.

00:49:13: Song of Achilles und A Thousand Ships usw.. Das war ja so ein richtiger Trend.

00:49:21: Das hat Christopher auch schon gemacht mit Cassandra, mit der und auf jeweils eine ganz grandiose Weise.

00:49:32: Ich hab was Missionarisches, was Christopher erfahren geht.

00:49:35: Und ich möchte, dass sie alle Christopher lesen.

00:49:38: Genau!

00:49:38: Wir wollen ja ... Dass ihr nicht nur alle Daniel Schreiber lest sondern noch mehr mit nach Hause nehmt.

00:49:45: Mein Gedanke war ja, diese beiden voranzustellen um auf dein Buch zu Hause zu sprechen, zu kommen.

00:49:51: Die Suche nach dem Ort an den wir leben wollen heißt das im Untertitel und ich dachte die beiden führen ganz gut dahinein

00:49:59: weil

00:50:00: eben beide so ein bisschen darüber nachdenken bekommen wir her was prägt uns?

00:50:04: Was präkt uns wie?

00:50:07: Und genau dieser Frage gehst du ihm Zuhause nach?

00:50:13: Und vielleicht magst du ein bisschen darüber erzählen, was vielleicht Erribon damit zu tun hat mit diesem Buch Zuhause.

00:50:21: Wie schneidet sich das für dich an dieser Stelle?

00:50:29: Also, Rückkehr nach Rangs hat nicht so viel mit Zuhauses zu tun und es lag daran, dass es erschienen ist als ich schon fast fertig war mit dem Schreiben.

00:50:44: Aber natürlich gibt es ähnliche Bewegungen, es gibt ähnlichen Fragen.

00:50:52: Ich hab's auch sehr gern gelesen und ich stimm' nicht mit allen über Erebonne überein.

00:50:59: Und aber dass jemand sich an dieses Thema gewagt hat und diesen Diskursraum geöffnet hat, das jemand übers Spur sein spricht, ländlich oder kleinschädische Herkunft, über eine Herkünft aus einer anderen Schicht.

00:51:16: Über

00:51:16: Armut,

00:51:17: über ... Eine Arbeiterinnenschicht und wie sie sich verwandelt.

00:51:25: Das war so wichtig.

00:51:28: Und ich bin eben so dankbar, dass er diese Tür aufgestoßen hat.

00:51:35: Und ich glaube, dass wir uns heute völlig ganz anders mit Klasse und Schicht auseinandersetzen würden.

00:51:42: Und sehr viel weniger wenn es Ihnen und dieses Buch nicht gegeben hätte.

00:51:49: Ich fange mal so rum an zu fragen... ...ich finde ja in vielen Deiner Bücher ist man mit Dir im Unterwegs!

00:51:56: Man isst in Venedig, man ißt in London, auf der Suche nach dem Zuhause.... dieses Nomadische.

00:52:04: über das denkst du ja auch nach einem deiner Texte, dass es irgendwie auch eine Gegenbewegung ist.

00:52:10: Dass es eine Suche ist und eine Sehnsucht ist.

00:52:13: Das in die Weite schweifen.

00:52:14: aber das gleiche ist auch ein Zuhause zu suchen.

00:52:18: Und jetzt wag ich mal ne These!

00:52:23: Ich habe auch gleichzeitig das Gefühl, dass in deinen Büchern nicht nur die ordene Rolle spielen sondern auch Bewegungen.

00:52:29: Also es wird ganz viel gelaufen, du läufst unglaublich viel.

00:52:32: Du joggst, du gehst spazieren und wanderst.

00:52:35: Und das schneide ich jetzt mal eng mit dem was du schreiben tust in dieser Essayistik der du dich so verpflichtet gefühlt hast oder der du nicht verpflichtend fühlst, in der du schreibst.

00:52:46: Das sind für mich auch immer wie so Gehbewegungen.

00:52:50: Man folgt dir, man bewegt sich mit dir.

00:52:52: Es sind wie so geistige Geh- bewegungen.

00:52:54: und jetzt habe ich drei große Themen aufgemacht...

00:52:57: Ja ist total schön!

00:53:00: Ich finde es eine ganz großartige These und fühle mich sehr geehrt und es ist sehr schön von dir gelesen zu werden.

00:53:08: Danke, also ich fühl mich auch sehr verstanden.

00:53:12: Ich glaube, wenn Denken nicht in Bewegung bleibt dann ist es kein Denken.

00:53:19: Wenn das Schreiben nicht in Bewegung bleibt, dann ist das kein Schreiben und ich glaube aber auch dass für viele von uns wird es immer schwerer sich zu bewegen.

00:53:36: Ich meine jetzt vor allem im Denken ist es so verführerisch, sich nicht zu bewegen.

00:53:43: Es ist so verörerisch auf das zurückfallen zu lassen, was man schon weiß, den Überzeugung zu vertrauen, die man schon lange hat und vielleicht mitgegeben bekommen hat.

00:53:57: Und diese Bewegung ... Für mich ist sie wirklich überlebenswichtig.

00:54:05: Das war auch das, was mir ... Mein ganzes Leben lang geholfen hat, also diese enttektuelle Bewegung.

00:54:15: Das Suchen, das Lesen der Glaube daran, dass es andere Welten gibt, andere Möglichkeiten in einer Welt zu leben, anderen Möglichkeiten ein Leben zu führen und da sind Büchern zu finden und das in Bücheren zu erfahren.

00:54:35: Das hatte für mich als Jugendlicher, als Kind und als Jugendliche also was, was rettendes.

00:54:43: Und deswegen möchte ich das ja immer hochhalten diese Bewegung.

00:54:49: Wenn man sich das Schocken angeht ist es zu lustig weil es gibt nur eine Szene in diesen Büchern, die ich schocke.

00:54:58: und dass bei der Liebe inzwischen dass er mich jetzt so beschrieben hat, weil das von so vielen Leuten erwähnt wird.

00:55:07: Ich hatte gestern Morgen in Bern eine Lesung und die Moderatorin, die hat es auch dreimal erwähnend.

00:55:12: Und ich meinte, es sind nur zehn Seiten!

00:55:17: Ich möchte nicht einen Eindruck machen, dass ich jeden Tag jotten gehe.

00:55:21: Und ich bin ein extrem schlechter Läufer und wenn sie mit mir zusammen laufen gehen würden dann wären Sie sehr gelangt weil sie sehr viel schneller laufen werden als ich.

00:55:31: Also ich bin der Läufer der in Park von allen überholt wird und ich finde es auch nicht schlecht.

00:55:35: also ich find das eigentlich ganz gut.

00:55:39: Ich gönne den schnell laufenden, dass die so schnell laufen können.

00:55:44: Was ich bei der Vorstellung ein bisschen unterschlagen habe, ist eigentlich dein allererstes Buch.

00:55:48: Das nämlich eine Biografie ist über Susan Sontag, die viele vielleicht auch als Essayistin aus Amerika kennen.

00:55:57: aber alle anderen Bücher sind eigentlich lang essays und deswegen würde mich mal interessieren diese Frage nach der Form dass es ja vielleicht oft auch so eine Art Begriff ist, der sich herauskristallisiert über den du ins Schreiben kommst.

00:56:15: Über den du in das Lesen kommst und der dann wie konzentrische Kreise sich auf dem Papier entfaltet.

00:56:22: Wieso bist du dieser Form?

00:56:23: Also was interessiert dich an dieser Form die unglaublich viel kann und unglaublich tut dass der Teil eins der Frage und Teil zwei der Frage ist, wie kristallisiert sich auch diese Begriffe die dann so Kreise, Kreise ziehen?

00:56:40: Wie kristalleisieren sie sich für dich heraus, dass es die jetzt weiter zu verfolgen gilt.

00:56:45: Weißt du wie ich meine?

00:56:46: Ja also die vielleicht bei dem Griffen an weil das informiert die Form auch.

00:56:53: Also es ist so häufig eine Idee habe und dann feststelle, dass die Idee nicht gut ist.

00:56:59: Und das ich hinter der Frage, die ich glaube beantworten zu können, beantwortend zu wollen und von der es gut wäre sie zu beantwort'n, eine andere Frage verbirgt, die mich nicht anschauen möchte und die auf dich eigentlich keine Lust habe.

00:57:16: Also häufig stoße ich auf bestimmte blinde Flecken.

00:57:19: Ich lauf gegen bestimmte Mauern in mir selbst, in meinem Leben Und dann weiß ich, ah okay.

00:57:26: Also hier liegt das eigentliche Begraben und hier ist das womit du dich auseinandersetzen musst.

00:57:34: Das ist auch dann schwer natürlich.

00:57:39: Es ist meistens eine Auseinandersetzung die auf dich auch nicht so wahnsinnig Lust habe.

00:57:45: Die zu Hause nüchtern und allein beschreiben daher auch ungefähr ein Jahr meines Lebens Weil es, ja also zumindest bei mir im Leben so lange dauert bis ich noch länger manchmal häufig bestimmte Sachen lösen.

00:58:03: Bis ich aufhöre gegen bestimmte Mauern zu laufen.

00:58:07: Bis sich bestimmten Sachen auch hoffende wirklich verinnerlichte Weise verstanden habe.

00:58:17: Bis man sich bestimmte Dinge in meinem Leben angucken kann, die ich bevor nicht angucken konnte oder wollte.

00:58:24: Und genau, und das sind dann die Begriffe über die Schreibe.

00:58:28: Das sind die Fragen über die Scheibe.

00:58:31: Und die Form eben daher... Ich glaube also für mich gibt es keine andere literarische Formen, die so eine Nahbarkeit und so eine Miterfahrbarkeit schaffen kann.

00:58:50: Also in den Büchern auch wenn ich immer ich schreibe Auch wenn ich viel von mir erzähle, es geht nicht um mich.

00:58:58: Sondern es geht darum, dass die Lesenden beim Lesen sich selbst diese schwierigen Fragen stellen.

00:59:05: Dass sie sich selbst fragen, wo sind die Mauern in meinem Leben gegen dich immer laufe?

00:59:11: Was ist meine blinden Flecke?

00:59:12: Welche Fragen möchte ich mir nicht beantworten?

00:59:16: Was kann ich mir angucken, obwohl ich weiß das mit besser gehen würde, wenn ich's mir angucke?

00:59:22: Und genau.

00:59:24: Die Bücher sind der Versuch, den Lesenden die Möglichkeit zu geben dieser Erfahrung zu machen.

00:59:31: und was ich über mich schreibe ist ein Beispiel dafür wie man sich mit dem Thema auseinandersetzen kann Ein Beispiel unter vielen Wie man sich damit beschäftigen kann wie das aussehen kann und Ich glaube in dem ich das vormache sinkt die Hemmschwelle, sich selbst diese Fragen zu stellen.

00:59:58: Aber ist es nicht gleichzeitig auch eine eigene Hemschwelle solche intimen Themen auf Papier zu bringen und dann mit Menschen draußen zu teilen?

01:00:09: Ja also ich höre das ja oft und werde das hier aufgefragt und ich empfinde es nicht so.

01:00:16: Und also ich habe natürlich ein großes privates Leben, was nicht in den Büchern vorkommt und was auch ein privates leben ist wie ich es alle haben.

01:00:28: In seiner ganzen Schönheit und Penalität

01:00:31: usw..

01:00:34: Genau und ich weiß aber, das hat viel mit einer Coming-out Erfahrung zu tun.

01:00:41: Viel mit dem Leben als Schulermann, dass sich wirklich daran laube, dass es was Befreiendes ist über Dinge zu sprechen von denen wir glauben, dass man über sie nicht sprechen sollte dass es Menschen helfen kann, wenn man sagen kann, hey mir geht's genauso.

01:01:02: Ich bin auch so und so lebe ich mein Leben.

01:01:07: Und ich glaube an diese Kraft die das haben kann.

01:01:17: Ja, ich glaub daran ... Das ist so viele ... Dinge gibt, die uns alle angehen.

01:01:24: Die wir Themen, die wir alle durchmachen.

01:01:28: eben Fragen nach zu Hause und nach Trauerverlust wiege ich mit dem Verlust von verliebten Menschen um.

01:01:36: Fragen nach psychischen Krankheiten, nach wie Abhängigkeit Ja, und Menschen gehen damit immer allein durchs Leben.

01:01:45: Und es gibt keine richtige Sprache um drüber zu sprechen.

01:01:49: Es gibt immer eine klinische Sprache, es gibt ne akademische Sprach, aber es gibt nicht wirklich einer gute ... schöne ... genaue präzise Sprache für diese Erfahrung weil wir nicht darüber sprechen.

01:02:05: Ich glaube dass das uns so gut tut wenn wir uns darüber austauschen Wenn wir darüber sprechen Nicht nur weil wir erfahren, dass wir damit nicht allein sind sondern weil wir auch verstehen ah ja das sind Dinge die gehören zu mir.

01:02:20: Die gehören auch zu anderen Menschen.

01:02:23: Das sind Dinge in denen ich eventuell durcharbeiten muss wie sie auch andere Menschen durch arbeiten müssen.

01:02:32: Und bevor wir jetzt zur dritten Quizfrage kommen, vielleicht noch magst du erzählen wie kommen diese Lektüren?

01:02:37: Diese Bücher mit in diese Texte hinein.

01:02:40: Also ich glaube du bist einfach ein großer großer Leser.

01:02:43: Bist du dann auch so ein Trüffelschwein, der irgendwie danach sucht?

01:02:46: Was passt da?

01:02:47: oder sind das Empfehlungen?

01:02:49: Greifst du einfach an den Bücherschrank und holst raus.

01:02:52: Also wie ist diese Bewegung zwischen Schreiben lesen, schreiben lesen ... So ineinander?

01:02:57: Ich genau so, wie du es gesagt hast.

01:03:00: Genauso.

01:03:00: Genau so.

01:03:01: Es gibt natürlich viele Bücher, also ich schon kenne und weiß dann bei bestimmten Themen, ah okay.

01:03:08: Ola um Bad oder Ola Harald.

01:03:11: Da muss ich jetzt mal nachgucken Und dann ... Ich frag aber ganz viele Freunde und Freunde, was die lesen würden.

01:03:19: Wenn man anfängt Bücher zu lesen, ist man immer auf andere Bücher.

01:03:23: Immer auf andere Autoren.

01:03:25: Das kann leicht so ein Schneeball-Ding werden, wenn man nicht irgendwann aufhört.

01:03:32: Gleichzeitig für mich ist es auch so etwas Grundlegendes Schönes, weil das natürlich eine Form des Dialogs ist, die mir sehr viel bedeutet, aber auch glaub ich Also, kulturell so wichtig ist.

01:03:47: Ich würde mich so unwohl fühlen, dass ich im Jahr ... ... über Liebe als ein gemeinschaftliches und blühtisches Beziehungsgeschehen zu sprechen.

01:04:00: Ohne nicht die wirklich tausend ... Jahrtausende lange Auseinandersetzung von sehr klugen, beeindruckenden Menschen mit diesem Thema zu beachten und mich da reinzulesen.

01:04:18: Wir haben zwei Texte zur Auswahl die zu dem Thema Verlusterfahrung hinführen.

01:04:30: das kann entweder sein Gabriele von Arnim Das Leben ist ein vorübergehender Zustand, ich halte das mal in die Höhe und wedle mit dem rosa Fähnchen.

01:04:42: Gabriela von Arnim ist Journalistin war ganz lange in New York zum Beispiel hat aber auch im Fernsehen gearbeitet und er hat relativ spät sozusagen dann dieses Buch geschrieben.

01:04:56: im höheren Alter sage ich

01:04:58: mal

01:04:58: indem sie ja die zehnjährige Pflege ihres Mannes beschreibt, der dann auch stirbt.

01:05:09: Oder aber ist das ja fast schon ein Klassiker?

01:05:13: Kann man sagen Joan Didion ... Das Ja, magischen Denkens.

01:05:18: Wer kennt Joan Didien?

01:05:22: Oh, Entschuldigung!

01:05:24: Joan Didian... Auch eine Ja- ...

01:05:26: Was haben Menschen geniegt?

01:05:28: Okay nur nicht die Hand gestrickt.

01:05:31: Eine amerikanische Journalistin, Essayistin auch schon verstorben die in das Jahr des magischen Denkens über den plötzlichen Tod ihres Mannes schreibt.

01:05:42: Auch ihre Tochter ist schwer erkrankt, also zwei Bücher, die über Krankheit nachdenken, über Verlust nachdenkt und über Tod nachdenke.

01:05:53: Und jetzt kommt das Zitat!

01:05:54: Wenn Sie für Joan Didien sind, schwenken sie dieses bunte

01:05:58: Fähnchen?

01:06:01: Und Joan Didient hat Antje Ravdstuhl ... Antje Ravich Trubel übersetzt.

01:06:08: Leid, so stellt sich heraus ist ein Ort den von uns niemand kennt solange wer nicht dort sind.

01:06:15: Wir ahnen wir wissen jemand der uns nahe ist könnte sterben aber wir gucken nicht über den Rand der wenigen Tage oder Wochen hinaus die diesem eingebildeten Tod folgen.

01:06:26: wir missverstehen sogar was diese wenigen tage oder wochen bedeuten.

01:06:30: wir mögen damit rechnen schockiert zu sein sollte der bro Sollte der Tod plötzlich eintreten, aber wir rechnen nicht damit dass dieser Schock uns auslöscht.

01:06:40: Körper und Seele tilgt!

01:06:42: Wir mögen damit rechnien das wir niedergeschnitte Niedergeschmettert sind untröstlich verrückt angesichts des Verlusts Aber wir rechnen nicht damit, dass wir wortwörtlich verrückt sind.

01:06:58: Wer ist für Gabriele von Arning?

01:07:02: Drei vier fünf mal Fünf Fähnchen?

01:07:07: Es gehen doch noch ein paar nach oben.

01:07:10: Oder aber Joan Dedien, das wäre die Mehrheit!

01:07:18: Was sagst du, Danielin?

01:07:19: Also es ist Joan Dedian...

01:07:21: Ja okay.

01:07:23: Und

01:07:25: genau,

01:07:26: also ich höre einiges Übersetzung zum ersten Mal und finde es sehr gut.

01:07:34: Du liest einfach wahnsinnig viel im Original auf Englisch.

01:07:39: Ja, und das ist natürlich ein... also ihre beeindruckender Gedanke.

01:07:46: Und ihre Beeindruckende Zitat und ihre beeindruckendes Buch und eine beeindruckende Abschnitt.

01:07:52: Und genau es ist so schwer für sowas Morte zu finden.

01:07:58: Und diese Idee ja wir glauben dass wir uns nicht schlecht gehen.

01:08:04: vielleicht werden wir verrückt sein

01:08:06: aber

01:08:08: Wir sind nicht darauf vorbereitet, dass wir tatsächlich verrückt sind.

01:08:12: Dass wir tatsächlich nicht wir selbst sind, wenn wir jemanden, dem wir leben und der uns wichtig ist verliert.

01:08:18: Verlier'n!

01:08:19: Und also ich kenne ... ja... Ich kenne wenige Autorinnen die so was schreiben können.

01:08:30: Das ist irre Beeindruckend.

01:08:32: Ja?

01:08:34: Oder es ist auch einfach schwierig Ein Verlust und auch eine Pflege, so in Worte zu fassen.

01:08:41: Pflege ist jetzt vor allem bei Gabriele von Arnund mit der du,

01:08:48: wenn ich es richtig weiß, auch befreundet bist oder?

01:08:50: Ja, bin ich und es ist ein fantastisches Buch und nicht finde das ein sehr vergleichbares Buch also ebenes übergehender Zustand sowohl von der Injector Intiva als auch von der Kraft der Sprache der Fähigkeit, Dinge zum Ausdruck zu bringen über die wir wenig sprechen.

01:09:15: Dinge zum ausdrück zu bringen, die wir vielleicht so manchmal denken aber selbst schlechte Worte fassen können.

01:09:23: und ja ich finde es gab jeder eine so fantastische Autor und ich kann nur empfehlen also dieses Buch und auch die alle anderen von ihr zu lesen.

01:09:34: Sehen schon, Sie müssen ganz viele Bücher einfach kaufen!

01:09:42: Aber beide Bücher führen natürlich zu dem Buch von dir – Die Zeit der Verluste aus dem Jahr zwanzig.

01:09:49: Das uns nach Venedig erst mal katapultiert.

01:09:52: Die Zeit, wenn du das schreibst spielt in Venedik Und gleichzeitig hast du deinen Vater verloren, denkst darüber nach wie das ist den Vater zu verlieren aber eben auch generell über Verluste.

01:10:07: Also Verlust ist ja auch ein großes Wort.

01:10:09: also nicht nur Menschen zu verliern Dinge zu verliert im Kleinen sondern tatsächlich auch Ja Dinge oder Lebensabschnitte hinter sich zu lassen zum Beispiel Solche Dinge.

01:10:21: Das spielt hier eine Rolle, aber vielleicht magst du uns erst noch kurz erzählen was hat dich nach Venedig geführt?

01:10:27: Weil ich finde darin kommt einiges zusammen.

01:10:33: das eine ist dass du auf

01:10:35: den

01:10:35: Friedhöfe gehst in Venedik und das andere ist auch das Kunst die ja generell auch eine wichtige Rolle für dich spielt Auch in diesem Buch eine Rolle spielt oder in Vendedig eine Rolle spielen vielleicht magste zu Venedic und der Kunst Todesbeschränkungen.

01:10:50: Was erzählst du?

01:10:52: Und kleine Fragen, also ich habe jetzt drei Fragen in eine.

01:10:56: Die Antwort da ist Drei Sätze lang sein

01:10:58: und ... Die Zeit ist schon so vorangestimmt, deswegen bin ich nur richtig froh, die zu sagen.

01:11:08: Ja... Also.. Ich glaube das Trauer einer dieser Dinge is', die einen tatsächlich verrückt machen.

01:11:19: Und ich hab den, also die Zeit nach dem Tod meines Vaters als eine Zeit empfunden in der ich wirklich nicht mehr ich selbst war.

01:11:32: Und ein Zeit in der auch mit Menschen nicht darüber reden konnte dass ich nicht mehr Ich selbst war und ich habe das Gefühl gehabt lange Zeit vielleicht so Ein Jahr, anderthalb Jahre so gelehmt durch die Welt zu gehen und nur ein bestimmtes Spektrum von Gefühlen und Erfahrungen machen zu können.

01:12:00: Überhaupt akzeptieren zu können Und das wollte ich einfangen in dem Buch.

01:12:07: Ich wollte den Lesenden mit dem Buch auch ... Ja, zu verstehen geben.

01:12:14: Das gehört auch zum Leben und wenn man sich so fühlt dann hat das auch eine Berechtigung.

01:12:21: und sie sind nicht an ihr seid, nicht allein damit weil es gibt Menschen die sich ähnlich fühlen werden gefühlt haben Auch wenn Sie nicht darüber sprechen und sprechen können.

01:12:35: Und wie wenig ist natürlich der Ort wo der immer mit Trauer verbunden ist.

01:12:41: Also, dass die Stadt in die seit dem XIX Jahrhundert Touristinnen und Touristen fahren um sie noch ein letztes Mal zu sehen bevor es ihr untergeht.

01:12:49: Und ja... Es gibt alle möglichen Bücher von Der Tod im Venedig angefangen bis hin zu diesem ziemlich genialen Horrorfilm Wendigo und Trauer Tragen.

01:13:02: Mit Donald Sutherland.

01:13:04: Sehr gut!

01:13:08: wusste, dass ich das Buch in einem Tag spielen sollte.

01:13:12: Und weil ich einen Eindruck hatte der Tag, das ist die Zeiteinheit von Trauer und man muss nur den Tag schaffen mehr nicht.

01:13:23: Also was reicht schon mal?

01:13:26: Und gleichzeitig muss man aber auch nur diesen Tag schaffen.

01:13:29: also es hat etwas sehr Trösten des aber auch etwas sehr Trauriges.

01:13:34: eben Man hat kein Gefühl von Zeit, wenn man trauert.

01:13:40: Und die Zeitanhalt, die einbleibt ist der Tag durch den man kommen muss und überleben muss.

01:13:49: Genau.

01:13:49: Ich hatte lange überlegt, wo ich diesen Tag ansetzen kann und ich hatte alle Möglichkeiten.

01:13:53: Ich hätte schon verschiedene Notizen gemacht und verschiedene Outlines für verschiedene Orte und mir Tage angeguckt wie es hier hatte und das hat nicht geklappt.

01:14:02: Und dann war ich eher aus einem Zufall in Venedig weil ich hatte so ein Stipendium und da ein Teil des Stipendiums war dass ich im Centro Tedesco in Vinedig sein durfte Genau.

01:14:16: Und ich dachte, du kannst nicht das nicht in Benedicht ansetzen wegen Thomas Mann und Donald Sutherland... ...und auch weil diese ganze Ästhetisierung von Trauer, die ästhetik der Dekadenz, die häufig dahinter so eine Ästätisierung steht,... diese Ästhetik nicht mag, weil ich glaube ... Weil es immer unehrlich ist.

01:14:47: Und weil ich immer einen Eindruck habe, dass das kann man nur ... Man kann diese Dinge nur ästhetisieren.

01:14:52: Wenn man sicher im Warmen sitzt und es einem ganz gut geht, dann kann man diesen Untergang wieder draußen stattfindet auch schön finden.

01:15:04: Dann war ich aber da und ... Das hat sich so aufgedrängt.

01:15:09: Und was ich da eben auch gefunden hab Häufig vergisst es, also wie Menschen in Venedig die natürlich auch mit einer Idee von Drohnen im Untergang leben.

01:15:26: Und mich zuletzt war bis vor zwei Jahren, bis vor drei Jahren ist immer wieder extreme Hochwasser gegeben hat im Winter, die häufig so zerstörerisch waren das Leben dort ganz massiv bedroht haben, dass diese Menschen eben auch eine Fähigkeit haben.

01:15:49: Eine Fähigkeiten entwickelt haben mit Trauer umzugehen und mit Verlusten umzugeben.

01:15:58: Und das war für mich das Inspirierende benedigt.

01:16:00: Also diese Fähigkeit trotzdem ein schönes Leben sich zu machen, trotzdem gut zu essen, trotzdem andere Leute zu suchen, trotzdem ... großer, unfassbar tolle Kunst auszusetzen und da immer wieder hinzugehen.

01:16:18: Und ich finde das ist etwas was ich mitnehmen wollte für mein Leben und es glaube auch etwas was wir angesichts der heutigen Weltlage ja nie genug mitnehmen können also dass wir denken häufig nicht okay ist, wenn wir uns gut fühlen.

01:16:38: Ich denke häufig das es nicht okay is', wenn wir Momente von Genuss, von Liebe, von Erstaunen und so weiter haben.

01:16:49: aber das sind die Momente an denen wir uns gerade festhalten müssen Wenn wir mit großem Verlusten, wenn wie mit einer Lage der Welt wieder derzeitigen konfrontiert sind

01:17:01: Wenn das kein gutes Schlusswort ist oder Daniels, es ist mein Gefühl.

01:17:04: Also ich habe hier noch tausend Fragen auf dem Zettel wie man sieht aber Ich glaube dass das rundet sich schön.

01:17:14: Was wir vielleicht wenn ihr wenn sie wollen noch machen könnten wäre eine allerletzte Quizfrage ohne dass wir darüber sprechen sollen wir noch ein letztes mal quissen Und dann können wir doch gut nach Hause gehen und sie kramen zuhause auch noch mal die alten Quiz-Spiele aus dem Schrank, weil es einfach immer so Spaß macht.

01:17:35: Also pass auf!

01:17:37: Passen Sie auf?

01:17:41: Kann das nun sein?

01:17:42: Entweder von Susan Sonntag... Wir hatten es von ihr über die du eine Biografie geschrieben hast, über die ich auch noch total gerne mit dir gesprochen habe aber nun gut geschrieben hast aus Ihrem Essay Against Interpretation gegen Interpretations.

01:18:02: Oder

01:18:02: aber,

01:18:04: ist das von Rilke?

01:18:07: Priefe an einen jungen Dichter!

01:18:09: Okay...

01:18:11: Es hätte Sonntag nicht gut gefunden diese

01:18:14: Geräte.

01:18:15: Das macht nichts.

01:18:18: Okay es ist ganz kurz.

01:18:20: Wirkliche Kunst hat die Eigenschaft uns nervös zu machen.

01:18:28: Wer ist für Susan Sonntag?

01:18:33: Ja, ja.

01:18:35: Das werden immer

01:18:36: mehr.

01:18:36: Zehn Stimmen, würde ich Ihnen sagen.

01:18:37: Stephanie was denkst du?

01:18:39: Susan Sonnthack oder Rilke?

01:18:43: Oder RilKE?

01:18:44: das ist das bunte Fähnchen.

01:18:49: Eher Sonntäck.

01:18:51: Ja, mehr Sonntage würde ich auch sagen.

01:18:53: Was sagst Du?

01:18:57: Ich finde es massiv unfair, so ein kurzes Zitat zu

01:19:00: bekommen.

01:19:01: Also ich würde sagen Sonntag aber vielleicht völlig falsch weil ich hätte gern ein zwei Sätze in.

01:19:09: mehr oder weniger entdecke ich falsch?

01:19:11: Nein nein!

01:19:12: Vier von vier Punkten.

01:19:13: daher herzlichen Glückwunsch und starte mal einen lauten Applaus Alles richtig.

01:19:23: Und wer hatte denn noch vier Punkte im Publikum?

01:19:25: Ah!

01:19:26: Sehr gut, sehr gut.

01:19:28: Toll.

01:19:30: Ja also wie gesagt viele Fragen offen aber das ist ja das tolle dass man einfach in dein Lesekosmos so hineinspringen kann und dann öffnet sich ein ganzes Panorama von tausend Fragen, Anknüpfungen und Gedanken.

01:19:44: Insofern danke dir, dass du den Quiz-Fragen getrotzt hast.

01:19:48: Herzlichen Glückwunsch zu vier bestandenen Quizfragen!

01:19:51: Und noch mal einen herzlichen Applaus.

01:19:52: und Dankeschön, Daniel Strauch.

01:19:53: Danke dir.

01:19:54: Danke fürs Gespräch.

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